Archiv
Diabetes: Fit mit Zucker

Mit Lifestyle-Diabetes lässt sich gut leben - vorausgesetzt, das Selbstmanagement funktioniert. Daran hapert es bei der Risikogruppe der Manager.

Eine routinemäßige Urinuntersuchung erschütterte das erfolgreiche, glückliche Leben von Peter Rößger in den Grundfesten. "Sie haben ein metabolisches Syndrom", sagte der Urologe, "also Diabetes plus Bluthochdruck und eine Fettstoffwechselstörung." Seine befreundete Hausärztin wurde noch deutlicher: "Du hast mit 50 den ersten Herzinfarkt, mit 55 beide Füße ab und bist mit 60 blind", sagte sie, "wenn du das Ruder nicht rumreißt." Der damals 39-jährige, 140 Kilo schwere Rößger fiel in ein absolutes Loch. "Du lebst nicht mehr lange", dachte er, "und deinen Job kannst du vergessen." Der promovierte Ingenieur arbeitet in führender Position bei einem internationalen Automobilzulieferer.

Rößger teilt sein Schicksal mit mindestens sechs Millionen Deutschen. Die Zahl der Diabetiker nimmt dramatisch zu, wovor zum Weltdiabetestag an diesem Sonntag wieder Experten warnen werden. Schuld an der Zivilisationskrankheit sind Übergewicht und Bewegungsmangel. Diabetes Typ 2 (Alterszucker oder Lifestyle-Diabetes) - an der die große Mehrheit der Diabetiker leidet - ist zwar genetisch veranlagt, wird aber nur bei falschem Lebensstil akut. "Manager sind eine Hochrisikogruppe", sagt Stephan Martin, Professor und stellvertretender Direktor der Deutschen Diabetes-Klinik in Düsseldorf. Viele Führungskräfte litten unter Diabetes oder Prädiabetes, einer Vorstufe der Krankheit.

Doch es gibt auch eine positive Nachricht: Mit Diabetes 2 lässt sich gut leben. Dafür ist allerdings ein optimales Selbstmanagement erforderlich. Eine erste von fünf Regeln lautet: gesund essen! Experten empfehlen Diabetikern die gleiche Ernährung wie Normalmenschen, also eine leichte, vollwertige Mittelmeerkost mit viel Salat und Gemüse. Ein zweiter Baustein: Bewegung! Empfohlen wird eine halbe Stunde Ausdauertraining pro Tag, etwa joggen oder walken. Drittens: regelmäßig die Blutzuckerwerte messen! Viertens: Über die Krankheit lesen, und zwar so viel wie möglich! Eine gute Schulung ist das A und O jedes effektiven Diabetes-Selbstmanagments. Fünftens: positiv mit der Krankheit umgehen. Psychologen raten, den Diabetes zu akzeptieren - und in das Leben zu integrieren.

Ingenieur Rößger beherzigte alle fünf Regeln und riss damit tatsächlich das Ruder herum. Er isst nun bergeweise Salat und geht fast jeden Tag eine Stunde walken. Der Erfolg: 58 Kilo weniger und ideale Zucker-, Cholesterin- und Blutdruckwerte. Aus dem "fetten, schnarchenden Walross" (Rößger über den 140-Kilo-Rößger) wurde ein schlanker, fitter Mann.

Seite 1:

Diabetes: Fit mit Zucker

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%