Diageo will Teil des Erlöses an Aktionäre ausschütten
Investorengruppe kauft Burger King

Der britische Getränkekonzern Diageo Plc. hat seine Schnellrestaurant-Tochter Burger King Corp. für 2,26 Mrd. $ in bar an eine Investorengruppe unter Führung der Texas Pacific Group verkauft. Diageo hatte seit Monaten nach einem Käufer für die kränkelnde Fast-Food-Kette gesucht, die weltweit die Nummer zwei hinter McDonald?s Corp. ist.

su/wsj DÜSSELDORF/LONDON. Das Geschäft soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Diageo will einen Teil des Kauferlöses in den Ausbau seiner Premium-Spirituosen-Sparte investieren und den Rest an die Aktionäre verteilen. Die endgültige Höhe des Kaufpreises ist nach Angaben des Getränkeriesen an das Erreichen bestimmter Ertragsvorgaben für das gerade abgelaufene Geschäftsjahr von Burger King geknüpft.

Die angeschlagene Kette, die Diageo seit zwölf Jahren besitzt, ist jetzt im Besitz von Sanierungsspezialisten: Texas Pacific, die unter anderem die bankrotte Continental Airlines saniert hatte, hat sich mit dem Private-Equity-Arm der US-Investmentbank Goldman Sachs Group Inc. und mit der Bostoner Bain Capital Inc. zusammengetan. Die 11 500 Burger-King-Filialen brauchen dringend eine Auffrischung ihres Marketing und bessere Technik, um den Kampf gegen McDonald?s wieder aufnehmen zu können.

Der operative Gewinn war im vergangenen Jahr um 12 % auf 177 Mill. £ (rund 279 Mill. ?) gefallen, der Umsatz um 1 % auf 1,94 Mrd. £ gesunken. Der Anteil am auf mehr als 45 Mrd. $ geschätzten Hamburger-Weltmarkt lag 2000 unter 20 % - halb so viel wie der von Marktführer McDonald?s. Von 1996 bis 2001 ging die Zahl der Gäste bei Burger King um ein Fünftel zurück, und in neun Jahren hatte das Unternehmen 13 Chefs. Der im Frühjahr neu eingesetzte Chef John Dasburg wird bleiben.

Analysten äußerten sich sowohl über den Verkauf selbst als auch über den Preis positiv: Die krisengeschüttelte Fast-Food-Kette habe das Management nur abgelenkt. Der Verkauf war der letzte Schritt hin zum reinen Spirituosen-Anbieter. Im Geschäft mit Hochprozentigem seien die Gewinnmargen deutlich höher als im Restaurant-Business.

Diageos Finanzchef Nick Rose sagte, das Management sei mit dem derzeitigen Portfolio - darin sind Marken wie Smirnoff, Bailey?s, Johnnie Walker und Guinness - zufrieden und werde wohl einen "erheblichen Betrag" an die Aktionäre ausschütten. "Aus wettbewerbsrechtlicher Sicht gibt es sehr wenig, was wir kaufen dürften", sagte er, "und aus Kundesicht gibt es wenig, was in unserem Angebot noch fehlt." Diageo besitzt acht der zehn größten Marken bei den Spirituosen. "Sie brauchen nicht mehr in ihr Portfolio zu investieren", sagt J.P. Morgan-Analyst Nigel Davies. Marktbeobachter rechnen am ehesten mit einem Ausbau des Wein-Angebots. Obwohl dieser Markt sehr zersplittert ist und riskanter als Spirituosen, sei er reif für eine Konsolidierung. Auch ein Ausbau des Bier-Portfolios ist im Gespräch. Hier schrumpfen zwar die Mengen in Märkten wie den USA und Großbritannien, aber in Entwicklungsländern ist das Wachstumspotenzial groß.

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