Dicke Luft auf Schalke
„Söldner-Mentalität“: Assauer droht Spielern mit Rauswurf

Beim FC Schalke 04 herrscht vor den restlichen drei Saisonspielen der Fußball-Bundesliga dicke Luft. Rudi Assauer ist mit der Geduld am Ende. Der Manager hat am Freitag empfindliche Geldstrafen angekündigt und einigen Profis angesichts ausbleibender sportlicher Erfolge und gehäufter Undiszipliniertheiten offen mit dem Rauswurf am Saisonende gedroht.

HB/dpa GELSENKIRCHEN. "Vielleicht ist es einigen nicht bekommen, dass sie Erfolge mit Schalke gefeiert haben. Dann muss es eben Rausschmisse geben. Ende, Feierabend", sagte Assauer vor dem Heimspiel gegen Hannover 96 am Sonntag (17.30 Uhr).

In einem verbalen Rundumschlag verurteilte der 58-Jährige die "Söldner-Mentalität" einiger Spieler und prangerte "Überheblichkeit und Selbstüberschätzung" an. "Diese Mannschaft ist eine der größten Enttäuschungen seit ich auf Schalke bin, weil sie ihr großes Potenzial nie abgerufen hat. Es war noch nie so einfach, Zweiter in der Liga zu werden. Deshalb ist es ein Armutszeugnis, alles kaputt zu machen. Es passieren Dinge, die den Verein zig Mill. ? kosten", schimpfte Assauer. Einigen Profis sei der Erfolg der vergangenen Jahre offensichtlich zu Kopf gestiegen: "Wer vorher Kreismeister in Dinslaken war, war plötzlich Pokalsieger."

Assauer ist es diesmal ernst. Nach zuletzt zwei bitteren Niederlagen gegen den VfL Bochum (1:2) und bei Hansa Rostock (1:3) sieht der Manager das angestrebte Saisonziel inzwischen gar außer Reichweite. Der UEFA-Cup-Platz ist aus eigener Kraft nicht mehr zu schaffen. Assauer ist tief enttäuscht von der hoch bezahlten Mannschaft, die nur in der Kategorie "Platzverweise" (4 Mal Gelb-Rot, vier Mal Rot) an der Bundesliga-Spitze steht. "Ich glaube nicht mehr an ein gutes Ende der Saison. Ich habe keine Hoffnung mehr."

Die mit spielentscheidende Gelb-Rote Karte für Tomasz Hajto in Rostock sowie eine Rangelei zwischen Victor Agali und Sergio Pinto im Training diese Woche haben das Fass offenbar zum Überlaufen gebracht. "Es wird Geldstrafen geben, ganz klar", sagte Assauer. "Die Jungs werden kräftig zur Kasse gebeten."

Er scheue sich trotz arbeitsrechtlicher Probleme nicht, im Sommer einen radikalen Schnitt zu machen und Spieler auszusortieren, die noch Verträge haben. "Dann muss man überlegen, ob wir nicht lieber mit jungen Leuten Achter oder Neunter werden. Dann gehe ich wenigstens nicht mit Magenschmerzen nach Hause", sagte Assauer, der sich selbst aber auch den Vorwurf machte, zu lange zu nachsichtig gewesen zu sein: "Vielleicht hätten wir früher konsequent durchgreifen müssen."

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