Dickes Lob für wiedererstarktes DFB-Team
Stimmen zur deutschen Elf

Unter dem Motto "Hurra! Wir sind Vizeweltmeister" hakte die Prominenz aus Politik, Unterhaltung und Sport am Sonntag die 0:2- Niederlage der DFB-Kicker im WM-Endspiel gegen den nun fünfmaligen Titelträger Brasilien ab.

dpa HAMBURG. Der unverkennbare und vor allem in dieser Form nicht erwartete Aufschwung der Auswahl von Teamchef Rudi Völler ließ die Tränen über das verpasste Happy End schnell trocknen - und die Erwartungen für die WM in vier Jahren im eigenen Land sofort gewaltig ansteigen. "Jetzt werden wir eben 2006 Weltmeister", formulierte Bundesinnenminister Otto Schily das Fernziel.

"Die deutsche Mannschaft kann erhobenen Hauptes nach Hause fahren", zog Bundespräsident Johannes Rau zufrieden Bilanz. Auch Bundeskanzler Gerhard Schröder war keineswegs enttäuscht. "Es war ein großes Spiel einer fantastischen Mannschaft. Natürlich ist auch ein bisschen Wehmut dabei, es hätte auch klappen können. Bei der WM 2006 können wir uns noch steigern." Während NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement ("Die deutsche Mannschaft hat alle Schlechtredner widerlegt") es auf den Punkt brachte, befand CDU-Chefin Angela Merkel , das zweitbeste Team der Welt habe "gut gekämpft" und die Grundlagen für eine spannende WM 2006 in Deutschland gelegt.

Für Franz Beckenbauer , den OK-Chef der WM in vier Jahren, hat der Erfolg der Deutschen, denen nur die Krönung in Form des vierten WM- Titels versagt blieb, "große Auswirkungen auf alles. Auf die Bundesliga, auf die WM 2006". Ex-Nationalspieler Karl-Heinz Förster erwartet positive Auswirkungen im Nachwuchsbereich. "Deutschland ist Vize-Weltmeister und hat viel mehr erreicht, als man vorher dachte. Das tut dem deutschen Fußball gut. Die Kinder hier zu Lande werden jetzt wieder animiert, in die Vereine zu gehen und Fußball zu spielen." Und Stefan Kuntz , Europameister von 1996, urteilte: "Insgesamt muss man die WM sehr positiv sehen. Wir sind viel weiter gekommen, als alle geglaubt haben und haben den Fußball sehr positiv verkauft."

Der Berliner Wirtschaftssenator Gregor Gysi (PDS) sieht es ähnlich. "Die Tragik liegt darin, dass die Mannschaft das Spiel verloren hat, in dem sie am besten gespielt hat. Sie hat gegen einen großen Gegner verloren. Der Umstand, dass Franz Beckenbauer mit einer Final-Niederlage begonnen hat, gibt Hoffnung, dass Rudi Völler die deutsche Mannschaft in vier Jahren zum Titel führen kann." Und Werder Bremens Sportdirektor Klaus Allofs urteilte: "Die deutsche Mannschaft hat die Erwartungen übertroffen. Auch im Hinblick auf die WM 2006 hat Fußball seinen Rang als Sportart Nummer 1 gefestigt."

Dass ausgerechnet die Nummer 1 im DFB-Team, Weltklasse-Keeper Oliver Kahn das vorentscheidende 0:1 durch Ronaldo verschuldete, rief durch die Bank statt heftiger Kritik tröstende Worte hervor. "Oliver Kahn tut mir Leid. Er hat die Mannschaft soweit gebracht, wo sie ohne ihn nie hingekommen wäre", stellte Handball-Bundestrainer Heiner Brand trefflich fest. "Für Olli Kahn war es einfach Pech", meinte Ex- Turnweltmeister Eberhard Gienger . Auch die Politik klopfte dem Münchner auf die Schultern. "Sein Lapsus war eine bittere Szene, aber Kahn hat so viel für das deutsche Team getan, dass alle mit ihm fühlen." Und Hessens Ministerpräsident Roland Koch meinte: "Klar, dass Kahn, der eine großartige WM gespielt hat, mir heute besonders Leid tut. Aber ich bin sicher, Zehntausende werden unserer Mannschaft morgen auf dem Frankfurter Römer den gebührenden Empfang bereiten."

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