Dida rettet Sieg im Elfmeterschießen
AC Mailand triumphiert in der Champions-League

Torhüter Dida hat dem AC Mailand den Sieg in der „Königsklasse“ des Fußballs gesichert. Die 63 215 Zuschauer sahen eine Entscheidung in letzter Minute.

dpa MANCHESTER. Dida hat dem AC Mailand den Triumph in der "Königsklasse" gesichert. Mit drei gehaltenen Strafstößen rettete der brasilianische Keeper seiner Mannschaft am Mittwochabend im "italienischen" Champions-League-Endspiel gegen Juventus Turin das verdiente 3:2 im Elfmeterschießen und damit den sechsten Erfolg im Cup der Landesmeister.

Vor 63 215 Zuschauern im ausverkauften Old- Trafford-Stadion von Manchester hatte es nach regulärer Spielzeit und Verlängerung 0:0 gestanden. Der AC Mailand, der im Finale über weite Strecken die bessere Mannschaft war, ist nun als Titelverteidiger direkt für die kommende Champions League qualifiziert. Den entscheidenden Elfmeter verwandelte Andrej Schewtschenko.

Vom Anpfiff weg entwickelte sich im "Theater des Fußballs" eine temporeiche und gutklassige Partie, in der überraschend die als Außenseiter gehandelten Mailänder bei ihrem 250. Auftritt im Europapokal die Akzente setzten. In der 9. Minute jubelte Milan schon über das vermeintliche Führungstor durch Andrej Schewtschenko, doch beim Schuss des Ukrainers stand dessen Sturmpartner Filippo Inzaghi im Abseits. Der deutsche Schiedsrichter Markus Merk (Kaiserslautern), der seine 90. Europacup-Begegnung tadellos leitete, erkannte den Treffer zu Recht nicht an. Acht Minuten später bot sich dem von Clarence Seedorf glänzend angespielten Inzaghi die Gelegenheit zum 1:0, doch dessen Flugkopfball entschärfte Gianluigi Buffon glänzend.

Ohne ihren schmerzlich vermissten tschechischen Regisseur Pavel Nedved (Gelb-Sperre) fand die "alte Dame" aus Turin über weite Strecken überhaupt nicht ins Spiel und agierte notgedrungen aus einer verstärkten Defensive. So dauerte es bis zur 28. Minute, ehe der frisch gebackene Meister der Serie A zur seiner ersten guten Einschussmöglichkeit kam. Der bis dahin überhaupt nicht aufgefallene Alessandro del Piero zielte aus 18 Metern allerdings drüber.

Das auch gedanklich schnellere Milan störte die meist umständlich und mit hoher Fehlerquote vorgetragenen Angriffe des Favoriten früh und effektiv. Und um ein Haar hätte Rui Costa, der mit Seedorf die meisten Angriffe einleitete, einen der daraus resultierenden Konter erfolgreich abgeschlossen. Der Schuss des Portugiesen von der Strafraumgrenze strich jedoch knapp an Buffons Gehäuse vorbei (38.). Erst gegen Ende der ersten Halbzeit erwachte Juventus aus seiner Lethargie, ohne allerdings daraus noch Kapital schlagen zu können.

Nach dem Wechsel reagierte Marcello Lippi auf das einfallslose Spiel seiner Elf, indem er Antonio Conte für den blass gebliebenen Nedved-Stellvertreter Mauro Camoranesi einwechselte. Und der "Oldie" führte sich mit einem sehenswerten Latten-Kopfball auch gleich gut ein (47.). Das italienische Duell um die kontinentale Fußball-Krone, das in nahezu 200 Ländern im Fernsehen zu sehen war, wurde nun etwas abwechslungsreicher, aber auch deutlich umkämpfter und härter.

Torgefährliche Aktionen wurden in der Folge dafür seltener. Der aufgerückte Paolo Maldini (60.) köpfte am Turiner Kasten vorbei, auf der anderen Seite zielte Conte (72.) zu hoch. Meistercoach Lippi verstärkte noch einmal die Offensive und brachte in Stürmer Marcelo Zalayeta für den äußerst schwachen Edgar Davids seinen letzten Joker in das Match, doch hinten brannte es zunächst bei Inzaghis Chancen (76./77.) erneut zwei Mal lichterloh.

Trotz schwindender Kräfte waren beide Teams weiter bemüht, die drohende Verlängerung zu vermeiden. Doch auch Seedorf (89.) konnte bei der letzten Gelegenheit in der regulären Spielzeit den starken Buffon nicht überwinden. In der unansehnlichen Verlängerung, in der keiner der Widersacher mehr etwas riskierte, musste Milan praktisch zu zehnt auskommen, denn der dritte Einwechsel-Spieler Roque Junior musste trotz einer Oberschenkelblessur durchhalten.

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