Die 17. Equitana bereitet einen noch lange nicht erschlossenen Markt vor: Deutsche Pferde sind ein Exportrenner

Die 17. Equitana bereitet einen noch lange nicht erschlossenen Markt vor
Deutsche Pferde sind ein Exportrenner

Der Pferdesport kennt keine Flaute. Das Auktionsjahr 2003 ließ sich mit Rekordzahlen viel versprechend an. Die Equitana, Weltmesse des Pferdesports in Essen, will weitere Impulse geben.

ESSEN. "Weldita" hieß das Objekt der Begierde. In einem spannenden Bieterduell gegen Interessenten aus Kanada bewiesen italienische Käufer den längeren Atem und erhielten für 100 000 Euro den Zuschlag für die prächtige Stute auf der Verdener Winterauktion. Das war eine neue Rekordsumme für diese Veranstaltung, die seit 1985 besteht, und bescherte dem Verband der Züchter des Hannoveraner Pferdes einen gelungenen Start ins neue Jahr. Auch der durchschnittliche Preis für die 118 verkauften Pferde von mehr als 13 000 Euro bedeutete Rekord.

Talentierte Pferde aus deutschen Ställen sind ein begehrtes Produkt - die Käufer in Verden kamen aus den USA, Spanien, Italien, Kanada, Österreich, Belgien, Schweiz, Frankreich, Großbritannien und Schweden. Mittlerweile, so die Schätzungen auf Grund der Ergebnisse bei den Auktionen, werden jährlich Sportpferde im Wert von mindestens 50 Mill. Euro exportiert. Bei den großen Championaten wie Weltmeisterschaften und Olympischen Spiele haben bis zu 40 % der teilnehmenden Pferde einen deutschen Stammbaum.

Der Dachverband, die Deutsche Reiterliche Vereinigung in Warendorf, wollte es genau wissen und gab eine umfangreiche Marktanalyse in Auftrag. Die fand heraus: Regelmäßig reiten in Deutschland mindestens 1,6 Millionen Menschen. Über eine weitere Million würde gerne aufs Pferd steigen, wenn sie die Gelegenheit dazu hätte. Generell am Pferdesport interessiert sind knapp elf Millionen Menschen hier zu Lande. Ein gewaltiges Potenzial, das auch mit der Equitana, der Weltmesse des Pferdesports in Essen (8. bis 16. März) angesprochen und erschlossen werden soll. Zum Rahmenprogramm der Messe gehört daher ein Kongress mit dem Thema "Faszination Zukunft - Neue Perspektiven im Pferdesport". Der Markt in Deutschland hat schon heute eine Größenordnung von rund fünf Milliarden Euro und bietet über 250 000 Arbeitsplätze - vom Reitlehrer über den Tierarzt bis zum Stallburschen. Etwa 3 000 Unternehmen haben in Deutschland Produkte und Dienstleistungen rund ums Pferd als wichtigsten Gegenstand ihres Geschäfts angegeben.

Während die jährlich knapp 4 000 Reit- und Fahrturniere in Deutschland den Leistungssport repräsentieren, zeigt die Equitana vor allem die Dimension des Freizeitsports Reiten auf. Mehr als eine Millionen Pferde und Ponys stehen in den Gestüten, beim Pferdehändler, im Reitverein oder im privaten Reitstall Reitern als "Sportgeräte" zur Verfügung.

"Von der Equitana haben wir viel gelernt", erklärt Hans-Joachim Erbel, Geschäftsführer der Reed Exhibitions Deutschland GmbH, Düsseldorf, Veranstalter der Pferdemesse. "Hier spielen Emotionen eine große Rolle. Auch andere Messen kann man den Menschen mit Emotionen näher bringen." Für den britischen Konzern, der jährlich weltweit über 400 Ausstellungen veranstaltet, von der Baumesse Batimat in Paris über die Mostra Covegno (Sanitär-Heizung-Klima) in Mailand bis zu einer großen Luftfahrtschau in Asien, zählt die Equitana zu den Top-10-Events.

Auch in diesem Jahr werden zur Pferdemesse in Essen wieder rund 250 000 Besucher erwartet. Zwar gibt es längst Konkurrenzveranstaltungen in Deutschland; die größten der insgesamt etwa 20 sind die "Pferd & Jagd" in Hannover und die "Eurocheval" in Offenburg. Leitmesse bleibt jedoch die alle zwei Jahre stattfindende Equitana, die in diesem Jahr ihre 17. Auflage erlebt. In sämtlichen Hallen des Essener Messegeländes findet sich eine Mischung aus Ausstellung, Information, Schau, Kongress und Basar und einem Pferdemusical.

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