Die 19-Jährige will es ihren Kritikern beweisen: Franziska Reindl auf des Vaters Spuren

Die 19-Jährige will es ihren Kritikern beweisen
Franziska Reindl auf des Vaters Spuren

Wie der Vater so die Tochter? Bis zur Eishockey-Nationalspielerin hatte es Franziska Reindl bereits vor drei Jahren geschafft. Bei dem am Dienstag beginnenden Turnier der Frauen wird sie nun ihr olympisches Debüt geben.

dpa SALT LAKE CITY. Wenn sie sich jetzt noch mit einer Bronzemedaille schmücken könnte, würde sie endgültig in die Fußstapfen ihres bekannten Vaters Franz treten, der seit 1992 als Sportdirektor im Deutschen Eishockey-Bund (DEB) amtiert und in Salt Lake City als Teamchef beider deutschen Mannschaften fungiert.

"Das können wir auch, wenn wir alles aus uns herausholen", glaubt der Sprössling des einstigen Torjägers. Bei den Winterspielen 1976 in Innsbruck hatte Franz Reindl mit dem DEB-Team als Drittplatzierter die zweite deutsche Olympia-Medaille erspielt.

Die Zuversicht der 19 Jahre alten Stürmerin wird auch nicht erschüttert durch die unlösbare Auftakt-Aufgabe am Dienstag (19 Uhr) im E Center gegen Gastgeber USA, der neben Kanada der große Turnier-Favorit ist. Alles andere als eine deutliche Niederlage gegen den Olympiasieger wäre die Sensation schlechthin. In den anderen Duellen der Vorrunden-Gruppe B am Donnerstag gegen Finnland und am Samstag gegen China wollen dann die deutschen Puckjägerinnen bei ihrer olympischen Premiere auf Erfolgskurs steuern. Die Erst- und Zweitplatzierten beider Qualifikations-Gruppen kommt ins Halbfinale.

"Ich bin natürlich stolz, dass es Franzi geschafft hat", sagt Franz Reindl und fügt sofort hinzu: "Sie ist nominiert worden nur wegen ihrer Leistung, und nicht, weil sie meine Tochter ist". Das versicherte auch Bundestrainer Rainer Nittel, der der 21-maligen Auswahlspielerin seit dem vorigen Jahr eine "erstaunliche sportliche Entwicklung" bescheinigt. Es gab nicht wenige, die meinten, Franziska Reindl sei nicht zuletzt wegen ihres Namens ins Team gerückt.

Ins Gesicht habe ihr das niemand gesagt, "aber ich weiß, dass hinter meinem Rücken so etwas geredet wird. Ich mache mir daraus aber wenig, denn ich weiß, was ich kann, und werde das zeigen", versprach der stets fröhliche Teenager, der mit 13 Jahren in Garmisch- Partenkirchen richtig mit dem Eishockey-Spielen begann.

Auch Vaters viele Urkunden und Medaillen, die sie eines Tages zufällig in der Schublade entdeckt hatte, weckten die Neugier am schnellsten Mannschaftssport der Welt. "Mein Vater ist mein Idol", sagt Franziska mit einem strahlenden Lächeln. Gelegentlich steht sie mit ihm auch auf dem Eis. "Vater ist ein sehr guter Lehrmeister und mein strengster Kritiker. Von ihm und Mutti lasse ich mir alles sagen", betonte die Angreiferin vom SC Riessersee, die froh darüber ist, mit ihrem Vater in Salt Lake City zu sein. "Da ich oft Heimweh habe, kann er mich in den Arm nehmen. Das gibt mir dann das Gefühl, dass er mein Vater und nicht ein Offizieller ist."

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