Die 40-prozentige Beteiligung gilt als ein Filetstück
Deutsche Bank setzt bei Kirch-Paket auf Kooperation

Nach dem gescheiteren Verkauf der Axel Springer-Beteiligung der Kirch-Gruppe an ein Bankenkonsortium setzt die Deutsche Bank auf eine einvernehmliche Lösung mit dem Hause Springer.

dpa MÜNCHEN. Dies betonte Banken-Chef Rolf Breuer in einem Interview der "Welt am Sonntag". Die Deutsche Bank hat mit der Springer-Beteiligung einen Kirch-Kredit in Höhe von 720 Millionen Euro besichert. Eine Lösung über das Bankenkonsortium hätte bis Sonntag gefunden werden müssen.

Über das weitere Verfahren war weder von der Kirch-Gruppe noch von der Deutschen Bank etwas zu erfahren. Auch der Presse-Sprecher der Bank, Detlev Rahmsdorf, sagte am Sonntag lediglich: "Wir bemühen uns um eine Lösung im Einklang mit dem Hause

Breuer sagte der "Welt am Sonntag": "Wir hätten für mehr Ordnung gesorgt und den Restrukturierungsprozess professioneller gestaltet. Aber Herr Kirch hat an diesem Konzept kein Gefallen gefunden. Fakt ist, das es nach seiner Absage an uns rasant bergab ging. Bis zur Insolvenz. Vor allem deshalb, weil niemand als zentraler Ansprechpartner verlässlich für Transparenz hat sorgen können."

Die Übernahme der Springer-Beteiligung der hochverschuldeten Kirch-Gruppe durch das Bankenkonsortium war in letzter Minute gescheitert. Das Konsortium unter Führung der Commerzbank hätte bis Sonntag eine Lösung für die Übernahme präsentieren müssen. Die Commerzbank teilte am Freitagabend jedoch mit, das Mandat zur Übernahme des 40-prozentigen Aktienpakets an der Axel Springer Verlags AG werde an Leo Kirch zurückgegeben.

Die Commerzbank begründete die Entscheidung damit, dass eine Einigung mit Springer über die freie Verwertung der Aktien nach einer Haltefrist von 36 Monaten habe nicht erzielt werden können. Es handelte sich um so genannte vinkulierte - nicht übertragbare - Aktien.

Springer-Sprecherin Edda Fels sagte dazu, von vornherein habe Klarheit darüber bestanden, dass die Vinkulierung unter keinen Umständen aufgehoben werde. Dieser Punkt habe nicht zur Diskussion gestanden. Die Banken hatten jedoch ursprünglich geplant, die Aktien maximal drei Jahre zu halten und dann an Börse zu bringen.

Im Februar hatte bereits die Hypo-Vereinsbank Kirch 1,1 Milliarden Euro für das Paket angeboten, dann aber einen Rückzieher gemacht. Zuletzt war dann geplant, dass die Commerzbank rund 40 Prozent des Aktienpakets übernehmen sollte. An die Dresdner Bank sollten rund 30 Prozent gehen und rund 20 Prozent an die Bayerische Landesbank. Die übrigen Aktien sollte Friede Springer übernehmen.

Die 40-prozentige Beteiligung am Axel Springer Verlag gilt als ein Filetstück der Kirch-Gruppe. In dem weit verschachtelten Konzern gehört sie zur KirchBeteiligungen, die als einzige der drei Kirch- Bereiche bislang keinen Insolvenzantrag gestellt hat.

Beim defizitärem Pay-TV-Sender Premiere droht nach Medienberichten ein größerer Stellenbau als zunächst geplant. Einem internen Sanierungskonzept zufolge sollen nicht nur 1 000, sondern "bis zu 1 400" der 2 400 Mitarbeiter entlassen werden. Die Sanierung des Senders geht möglicherweise einher mit einem Standortwechsel. Angeblich will Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD) Premiere mit Fördergeldern nach Düsseldorf oder Köln locken.

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