Die 46-Jährige war angetreten, Hewlett Packard neues Leben einzuhauchen
Carleton Fiorina: Die gescheiterte Saniererin

"Pack zusammen, Baby - du stinkst." Mit so drastischen Worten forderte der Finanzkolumnist des "New York Observer", Christopher Byron, die Hewlett-Packard-Chefin Carleton Fiorina kürzlich auf, ihren Posten aufzugeben. Die Begründung: Ihr sei es nicht gelungen, der einstigen Ikone der US-Computerindustrie aus Palo Alto neues Leben einzuhauchen.

DÜSSELDORF. Gerade dazu war die heute 46-jährige Managerin angetreten. Sie hat im Juli 1999 eine Firma übernommen, deren Umsatzwachstum gerade noch einstellig war, während die Konkurrenz - etwa Sun Microsystems und Dell Computer - sich vor Kunden nicht retten konnte. Die rasch wachsenden Bereiche Service und Software gab es bei HP praktisch nicht; Internet war überhaupt kein Thema. Das Unternehmen produzierte hauptsächlich Drucker und Computer - beides Bereiche, die kaum noch zulegen. Bei den Quartalszahlen verfehlte der 1939 von William Hewlett und David Packard gegründete Konzern die Erwartungen.

Fiorina versprach, das zu ändern. In den Entwicklungszentren des schwerfälligen Weltkonzerns sollte wieder der Erfindergeist aus Gründerzeiten einziehen. Ein Umsatzwachstum von 15 bis 17 % versprach die redegewandte Managerin ihren Investoren im November 2000. Genau zwei Monate später musste sie einräumen, dass der Umsatz im ersten Quartal nur um allenfalls 6 % zulegen wird. Seither ging es weiter im alten Stil. HP hat seit dem Frühjahr eine Gewinnwarnung nach der anderen herausgegeben. Der Aktienkurs ist in den vergangenen zwölf Monaten um mehr als 60 % eingebrochen. Fiorina musste 9 000 Leute entlassen.

Auch die strategischen Änderungen, die sie für HP geplant hatte, sind bisher danebengegangen. Ihre Hoffnungen, durch Service-Angebote und neue Geräte für Endkunden wie elektronische Bücher, Telefone und digitale Kameras neue Märkte zu erschließen, erfüllten sich nicht. Mit dem Compaq-Deal kämpft die einst gefeierte Managerin um ihr eigenes Überleben - und das ihres Konzerns.

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