Die 51 000 Zuschauer fassende Arena soll ein „Vorzeigestadion“ werden
Die Stadt, der Verein und die Fußballarena

Seine gestrige Ansprache zum Startschuss für den Umbau des Müngersdorfer Stadions begann Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma mit einem Rückblick auf das grausam anzuschauende 0:0 gegen Stuttgart: 2002 müsse einiges besser werden, schließlich baue Köln ein Stadion mit und für den FC.

KÖLN. "Die Stadt strengt sich an, der FC strengt sich auch an, jedenfalls das Präsidium", sagte er . Dann legte Kölns erster Fan und Bürger selbst Hand an und begann mit einem Bagger des Generalunternehmers Max Böbl den Abriss der Südkurve. "Es wird nur ein kleiner Schubs werden", hatte er vorher gesagt. Aber ein großer Schubs für Deutschland, lag unausgesprochen in der Luft. Denn die 51 000 Zuschauer fassende Fußballarena soll ein "Vorzeigestadion" werden.

Der Umbau, während dem der Spielbetrieb weiter läuft, soll 2004 beendet sein und 215 Millionen Mark kosten. Stadioneigentümer wird eine Besitzgesellschaft mbH und Co. KG. Komplementär werde die Stadt über ihre Sportstätten GmbH, Kommanditisten der Verein, die Stadt- und die Kreissparkasse Köln sowie wahrscheinlich einige Versicherungen, etwa die Gothaer, zudem Energieversorger wie die GEW, die Kölner Bank und das Bankhaus Oppenheim, sagte Claus Horstmann, Hauptgeschäftsführer des 1. FC Köln. Die Stadt gebe einen Infrastrukturzuschuss von 50 Millionen, die Kommanditisten 40-50 Millionen Mark, so Horstmann. Für die verbleibenden rund 125 Millionen wird ein Kredit aufgenommen. Für Zins und Tilgung sowie die Rendite der Eigenkapitalgeber kommt der Verein auf: Er pachtet das Stadion für zehn Jahre und zahlt - gestaffelt - 11,5 bis 12,5 Millionen Mark jährlich.

Diese Zahlung garantiert die Vermarktungsagentur IMG, die alle direkt mit dem Stadion verbundenen Rechte gekauft hat und alle Rechte des Vereins (also auch etwa TV-Rechte) vermarktet. "Der Einstieg im Frühjahr beim FC war unser erstes Projekt in der Fußballbundesliga", verdeutlichte IMG-Projektleiter Jens Krieger den Stellenwert des Engagements. Er baut auf die Emotionen, die der Verein in Stadt und Region weckt. 1 800 Business-Seats und 50 Logen werden entstehen, VIPs können direkt unter der Westtribüne auf einem der 600 Stellplätze parken. Zudem wird das Stadion den Namen eines Sponsors tragen - im Gespräch ist unter anderem die GEW, unterschrieben sei aber noch nichts.

Verein und Vermarkter haben sich abgesichert: Bei einem Abstieg in die Zweite Liga würde der Kapitaldienst "wesentlich geringer" ausfallen, sagte Horstmann. Allerdings seien im Gegenzug auch höhere Zahlungen vereinbart, sollte der FC international spielen. Bis 2004 ist ja noch etwas Zeit.

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