Die Abfindung und das Arbeitsamt
Arbeitslosen-Geld

Auch das Arbeitsamt interessiert sich für die Abfindung. Zwar wirken sich die Entlassungszahlungen nicht mehr auf die Höhe des Arbeitslosengeldes aus, weil die rot-grüne Bundesregierung die Anrechnung von Abfindungen auf Teile des Arbeitslosengeldes rückgängig gemacht hat.

DMEuro DÜSSELDORF. Die Trennungsgelder verschieben aber den Anspruch auf staatliche Lohnersatzleistung. Entsprechend verzögert sich die Auszahlung. Um diese Auszeit zu errechnen, sind mehrere Schritte erforderlich:

1. Prüfen Sie, welcher Prozentsatz der Abfindung anrechenbar ist (siehe Tabelle).

2. Berechnen Sie Ihren Tagesverdienst (das letzte Monatseinkommen dividiert durch 30 Tage).

3. Jetzt können Sie ausrechnen, für wie viel Tage kein Anspruch auf Arbeitslosengeld besteht. Dividieren Sie dazu die anrechenbare Abfindung durch den Tagesverdienst.

Beispiel: Ein 50-jähriger Mitarbeiter, der auf 20 Jahre Betriebszugehörigkeit zurückblicken kann und 50 000 Euro Abfindung kassiert, muss sich 25 Prozent davon auf das Arbeitslosengeld anrechnen lassen. Das entspricht 12 500 Euro. Sein letztes Monatsgehalt beträgt 3000 Euro, sein Tagesverdienst also 100 Euro. 12 500 dividiert durch 100 ergibt 125 Tage. So lange ruht der Anspruch auf Arbeitslosengeld und/oder-hilfe.

Wichtig: Während dieser Zeit zahlt das Arbeitsamt auch keine Beiträge zur gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung. Jedoch besteht aus dem bestehenden Arbeitsverhältnis noch rückwirkend für einen Monat Krankenversicherungsschutz. Beginnt der reguläre Bezug von Arbeitslosengeld beispielsweise am 1. Mai, so wird er durch die Abfindungszahlung auf den 3. September verschoben (125 Tage später).

Doch nicht nur das Arbeitsamt, auch Fiskus und Sozialversicherung knabbern im Beispielfall am Abfindungskuchen. Vor allem das Finanzamt schneidet sich mit rund 10 650 Euro ein gehöriges Stück heraus. Da machen die rund 1800 Euro für Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung nicht mehr allzu viel aus. Unterm Strich bleibt im Musterfall: Das Arbeitslosengeld verschiebt sich um rund vier Monate. Netto bleiben von der Abfindung rund 37



500 Euro übrig. Wer von diesen Effekten nicht überrascht werden will, sollte dies bei der Verhandlung über die Höhe der Abfindung entsprechend berücksichtigen.

Die Tabelle: Gekündigt - Anrechnung des Arbeitslosengeldes



Betriebs-Zugehörigkeit

bis 40 Jahre

ab 40

ab 45

ab 50

ab 55

ab 60

unter 5 Jahre605555454030
5-9 Jahre555045403530
10-14 Jahre504540353025
15-19 Jahre454035302525
20-24 Jahre403530252525
25-29 Jahre-3025252525
30-34 Jahre--20252525
35 Jahre und mehr---252525
Angaben in Prozent


Quelle: Bundesanstalt für Arbeit



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