Die Akteure im Kirch-Poker
Gerhard Schröder - Der Herausforderer

Des Kanzlers Erfolg wäre Stoibers Misserfolg. Schröder setzt im Kirch-Poker auf die WAZ Gruppe.

Ausgangslage:


Scheinheilig barmte der SPD-Fraktionsvorsitzende im bayerischen Landtag, Franz Maget: "Jetzt muss Bundeskanzler Gerhard Schröder für Stoiber auch noch die Kohlen aus dem Feuer holen." Gleichzeitig ließ Schröders Sprecher Uwe-Karsten Heye verkünden, der Kanzler sei "nicht Akteur" in Sachen Kirch-Krise. Und weil nicht sein kann, was nicht sein darf, kann Heye auch das heimliche Gipfeltreffen des Kanzlers mit Deutsche-Bank-Chef Breuer, Bertelsmann-Lenker Middelhoff und WAZ-Chef Schumann im Hannoverschen Gasthaus Wichmann offiziell "nicht bestätigen". In Mediendingen ist der Medienkanzler jedoch immer hellwach. Deswegen beobachtet er die Lage des Kirch-Imperiums schon lange.

Ziele:
Schröder wollte im Wahljahr die Springer-Presse durch einen starken Minderheitsaktionär anderer politischer Couleur möglichst neutralisieren - am liebsten durch die SPD-nahe WAZ-Gruppe. Zugleich wollte er seinen Herausforderer Stoiber vorführen, indem er dem staunenden Publikum demonstriert, dass er in Stoibers eigenem Beritt mehr zuwege bringt als der Landesherr.

Chancen:
Sollte die Münchner HypoVereinsbank den Springer-Anteil bekommen, wäre Schröder blamiert. Die WAZ-Gruppe ginge bei Springer wohl leer aus, Kirch wäre (vorerst) gerettet. Und die Bayern hätten das alles ganz alleine - ohne den Medienkanzler - gemacht.


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