Die Aktienmärkte sind auf das Niveau vom Jahresanfang zurückgefallen
Mutige Anleger nutzen ihre Chance

Wenn der Ausverkauf noch ein bisschen weitergeht, dann könnten die Indizes in Kürze sogar auf Niveaus landen, die sie zuletzt vor einem Jahr markiert haben.

Wie gewonnen, so zerronnen. Das neue Jahrtausend hatte an den Börsen doch so furios begonnen. Rekorde, wo der Anleger auch hinschaute. Vor allem Aktien aus den Bereichen Technologie, Medien und Telekom (TMT) schienen nach oben keine Grenzen mehr zu kennen. So viel Euphorie ist ungesund - das weiß jeder erfahrene Börsianer. Es kann nicht immer nur aufwärts gehen. Dennoch beachteten Anleger die Warnungen lange nicht. Und als der Wind drehte, hat wohl kaum einer geahnt, wie schlimm es werden und wie tief es gehen würde. Mittlerweile sind die meisten wichtigen Aktienbarometer wieder dort angelangt, wo sie am Jahresanfang begonnen haben.

Wenn der Ausverkauf noch ein bisschen weitergeht, dann könnten die Indizes in Kürze sogar auf Niveaus landen, die sie zuletzt vor einem Jahr markiert haben. Kurzfristig ausgeschlossen ist das wahrlich nicht. Man muss sich nur vor Augen führen, wie empfindlich die Börsen am Freitag auf eine Warnung des Chipherstellers Intel reagierten. Für sich genommen, wirken die geringeren Umsatzerwartungen des Unternehmens vielleicht nicht besonders dramatisch. In einem Börsenumfeld, in dem jede schlechte Nachricht begierig aufgesogen wird, kann dies jedoch leicht eine kleine Kurslawine auslösen. Zumal Intel ja bisher von dem Ausverkauf bei Technologiewerten verschont worden war. Die Chipaktie hatte sich in diesem Jahr prächtig entwickelt. Die Ereignisse vom Freitag mahnen daher zur Vorsicht: Wenn ein Börsenzug erst einmal in eine Richtung rast, ist er oft so schnell nicht mehr zu stoppen.

Für Anleger, die engagiert sind, ist das natürlich bitter. Entweder schmelzen die Gewinne dahin oder die Verluste steigen. Investoren, die noch einsteigen wollen, dürfen sich dagegen freuen. Je stärker die Kurse fallen, umso größer werden die Gewinnchancen. Die Zeiten, in denen Anleger mühelos 100 Prozent in ein paar Monaten erzielten, sind zwar vorerst vorbei. Wer jedoch auf mittlere Sicht 15 bis 20 Prozent mit deutschen Standardwerten verdienen kann, darf sicher ebenfalls zufrieden sein. Unrealistisch ist dies auf ein Jahr gesehen ganz und gar nicht. Derzeit liegt der Deutsche Aktienindex (Dax) rund 20 Prozent unter seinen Rekordwerten. Und bei anderen wichtigen Marktbarometern in Euro-Land sieht es ähnlich aus.

Optimistisch sollte jedoch nicht nur der momentan zu beobachtende Pessimismus an den Börsen stimmen. Auch das wirtschaftliche Umfeld in Europa und den USA lädt unverändert dazu ein, über Aktienkäufe intensiv nachzudenken. Die Wachstumsraten in Euro-Land sind solide, jene in den USA hervorragend. Dies ist positiv für die Gewinnentwicklung der Unternehmen, den eigentlichen Treibsatz für Kursgewinne an den Börsen. Irritieren mag noch ein wenig der Euro, dessen Kurs in letzter Zeit zu schnell gefallen ist. Doch mit dem konzertierten Signal der Amerikaner, Europäer und Japaner am Freitag dürfte die Unsicherheit in diesem Punkt schwinden. Für viele europäische Unternehmen ist der niedrige Euro-Kurs ohnehin ein Segen, weil er die Exporte verbilligt. Verunsichert hat die Börsen zuletzt auch der rasche Anstieg der Ölpreise. Die Vorprodukte verteuern sich, und die Inflationsrisiken steigen. Die Börsen brauchen vielleicht noch eine Weile, um diesen Faktor zu verarbeiten. Wenn sie ihn beiseite geschoben haben, kommt der nächste Kursaufschwung bestimmt.



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