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Die amerikanische Kaffeemaschine

Wissen Sie, warum die amerikanische Wirtschaft brummt und die deutsche stottert? Die Amerikaner sind einfach schneller - und das beginnt schon beim Kaffeekochen. Glauben Sie nicht? Dann gehen Sie mal in der "rush-hour" zu einem Starbucks-Laden in New York.

Wissen Sie, warum die amerikanische Wirtschaft brummt und die deutsche stottert? Die Amerikaner sind einfach schneller - und das beginnt schon beim Kaffeekochen. Glauben Sie nicht? Dann gehen Sie mal in der "rush-hour" zu einem Starbucks-Laden in New York. So zwischen neun und zehn Uhr morgens bilden sich dort lange Schlangen. Jeder will auf dem Weg zur Arbeit noch schnell seinen Vanilla Latte, Espresso oder Macchiato. Zwei Angesellte hinter den Kassen, zwei hinter den riesigen Kaffeemaschinen und vor allem ein so genannter "floater" zeigen sich dem täglichen Ansturm meist mühelos gewachsen.
Der "floater" ist im Grunde eine Art Libero, der von den Kunden in der Schlange bereits die Bestellungen aufnimmt und an die "Baristas" (zu deutsch: Kaffeekocher) weitergibt. So hat jeder das Gefühl, schnell bedient zu werden, zahlt an der Kasse und holt an der Bar seinen fertigen Morgen-Drink ab. Wer doch einmal länger warten muss, bekommt seinen Kaffee meist umsonst. Wenn Sie schon einmal bei Tchibo angestanden haben, bemerken Sie den Unterschied.
Sie halten das für eine jener typischen Übertreibungen aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten? Die Amerikanern nehmen das Wettrennen gegen die Uhr sehr ernst. Insbesondere in einer Stadt wie New York. Sie wissen doch: time is money. Das "Wall Street Journal" veröffentlichte kürzlich sogar eine Tabelle, die zeigt, wo man am schnellsten seinen Kaffee bekommt. Danach schafft Starbucks den Grande Vanilla Latte in weniger als 30 Sekunden. Beim Konkurrenten Dunkin' Donuts dauert es doppelt so lange. Starbucks hat sogar die Handschaufeln vergrößert, mit dem die Eiswürfel für die Frappuccino aus den Container geholt werden. Jetzt müssen die Baristas nur noch einmal zulangen und sparen 14 Sekunden. Mit kleinen Verbesserungen dieser Art hat Starbucks das jährliche Umsatzvolumen seiner Filialen seit 1999 um fast 200.000 Dollar gesteigert.
Damit die perfekt geölte Kaffeemaschine Starbucks nicht ins Stottern gerät, akzeptiert das Unternehmen Kreditkarten erst ab einer Rechnung von 25 Dollar. Ein Betrag, der selbst bei den horrenden Starbucks-Preisen nur selten erreicht wird. So zahlen die meisten bar und bekommen ihren Latte 22 Sekunden schneller.
Was lernen wir in Deutschland nun daraus? Der Weg aus der Krise beginnt beim Kaffeekochen.


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