Die Anlagenbauer sind auf dem besten Weg
Stand der Technik reicht nicht aus

Die Medien machen das Geschäft? Nein, natürlich nicht. Sie nehmen nur mit besonders großer Sensibilität wahr, wo es eine Geschichte zu erzählen gibt und wo besonders viel Phantasie eine Rolle spielt. Und Phantasie steckt wirklich im Thema Offshore.

LÜBECK. Bis zu 15 Prozent der Stromversorgung will die Bundesregierung bis zum Jahr 2025 aus Offshore-Windparks beziehen. Das ist ein ehrgeiziges Ziel, aber nicht unrealistisch. Allerdings braucht die Phantasie von der Energie aus dem Meer eine solide Basis. Und damit fängt die Arbeit erst an.

Keine Frage, Standorte offshore, also auf See, weisen einige hervorragende Bedingungen auf. So zum Beispiel besseren, d.h. beständigeren Wind, höhere durchschnittliche Windgeschwindigkeiten und größere Projektvolumen. Bei Größenordnungen von 500 bis 1 000 Megawatt pro Windpark ist der Ersatz eines Großkraftwerks - ob Kohle- oder Kernkraftwerk - durch die Windenergie kein bloßes Gedankenspiel mehr.

Und was die Industrie zu leisten im Stande ist, hat sie in den vergangenen Jahren gezeigt. Es gibt kaum eine andere Industrie, die derart viele positive Effekte auf sich vereinigen kann: hohes Wachstum, enormer Arbeitsplatzfaktor, starkes Engagement, enorme Leistungsfähigkeit und hohe Innovationsfähigkeit. Innerhalb von nur knapp zehn Jahren hat die Windenergieindustrie in Deutschland mehr als 10 000 MW installiert - eine Leistung, die mit einem äußerst effektivem Mitteleinsatz erzielt worden ist.

Kapazitäten an der Küste sind nicht ausreichend

Während aber in den skandinavischen Ländern nach und nach wenigstens einige Windparks in Küstennähe installiert werden, können die deutschen Projektierer bislang nur große Pläne vorweisen, aber noch kein Projekt. Das ist auch nicht anders zu erwarten, sind doch weder die geeigneten Standorte bislang definitiv ausgemacht noch die Anlagen in den gewünschten Dimensionen lieferbar. Auch beginnt man gerade erst, sich mit Problemen zu beschäftigen, wie denn die Offshore-Windparks ihren Strom ins bundesdeutsche Netz einspeisen sollen. An der Küste sind die Einspeisekapazitäten nicht ausreichend.

Aber auch bei der Anlagentechnik stehen noch genügend Aufgaben an, bevor es zum großen Boom kommen kann. Die heutige Anlagentechnologie kann für die Klasse bis zu zwei MW als erprobt gelten. Die Anlagen stehen auf einem hohen Entwicklungsstand. Die von deutschen Unternehmen favorisierte Anlagenphilosophie (Pitchregelung und drehzahlvariabler Betrieb) hat sich bei den hohen Leistungsklassen durchgesetzt.

Die Industrie ist auf dem besten Weg

Derzeit reichen aber nur einige Prototypen in die Leistungsklasse zwischen drei und fünf MW, die für Offshore-Windparks aus wirtschaftlichen Gründen erforderlich sind. Das Ziel sind Anlagen großer Dimension mit hoher Zuverlässigkeit und damit hoher Wirtschaftlichkeit. Die Industrie ist auf dem besten Wege, dieses Ziel zu erreichen. Dafür wird sie sich in den kommenden Jahren noch intensiver verändern. Im Blick hat sie, neue Materialien, neue Fertigungstechniken, neue Servicekonzepte, noch höhere Qualitätsstandards und neue Lösungen für die System- wie für die Komponentenseite der Windenergieanlagen. Dafür ist ein hoher Entwicklungsaufwand zu betreiben, für den die Hersteller die Unterstützung der Öffentlichkeit und Politik brauchen. Denn viel Know-how und Geld müssen noch in die Entwicklungsförderung für neue technologische Lösungen investiert werden.

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