Die Anleger reagierten enttäuscht auf den verpassten Aufstieg von MLP in den Dax.
T-Aktien geben Dax Auftrieb

Die Entscheidung der Deutschen Börse, den Dax erst in zwei Jahren nach dem Kriterium des Aktien-Streubesitzes neu zu besetzen, gab mehreren Börsen-Schwergewichten Auftrieb.

adx FRANKFURT/MAIN. Der Deutsche Aktienindex (Dax) hat am Mittwoch von Kursgewinnen der in der Vergangenheit gebeutelten T-Aktien profitiert. Allein die Papiere der Telekom trugen bis zum Abend mit über 30 Zählern zum Indexplus von 106,25 auf 7 230,06 Punkte an der Frankfurter Wertpapierbörse bei. Im Vergleich zum Tageshoch von 7 268,64 Zählern verzeichnete der Dax allerdings wegen der Verluste an der Wall Street Einbußen. Das Tagestief markierten 7 129,70 Punkte.

Der Euro verlor weiter an Wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) stellte den Referenzkurs am Mittag bei 0,8973 $ fest. Dies waren 0,0074 $ weniger als am Dienstag. Gegenüber der D-Mark verteuerte sich die US-Währung damit von 2,1619 auf 2,1797 $.

Die Entscheidung der Deutschen Börse, den Dax erst in zwei Jahren nach dem Kriterium des Aktien-Streubesitzes neu zu besetzen, gab am Mittwoch mehreren Börsen-Schwergewichten Auftrieb. Besonders bei Werten wie Deutsche Telekom, Allianz und Infineon führte dies zu einer Entspannung, urteilte ein Händler. Aufatmen konnten auch KarstadtQuelle und adidas-Salomon, die im Vorfeld als Dax-Ausstiegskandidaten gehandelt worden waren.

Bei einem "mittelmäßigen" Handelsvolumen sorgten zudem gute Eröffnungskurse an der Wall Street dafür, dass der Index die Widerstandslinie bei 7 200 Punkten durchbrechen konnte. Für den Beitrag der Autowerte an der Aufwärtsbewegung gab es "keine fundamentale Story", sagte der Börsianer.

Die höchsten Gewinne verbuchten Infineon , die sich um 5,12 auf 72,42 Euro verteuerten (+7,61 %). Metro legten 2,45 auf 45,75 Euro (+5,66 %) zu und Deutsche Telekom 2,04 auf 46,78 Euro (+4,56 %). Unter Druck standen hingegen Schering , die 3,10 auf 64,50 Euro verloren (-4,59 %). Dresdner Bank gaben 1,09 auf 51,71 Euro ab (-2,06 %) und Henkel 1,00 auf 67,00 Euro (-2,06 %). Der Neue Markt tendierte fester. Um 17.40 Uhr notierte der NEMAX 50 mit einem Plus von 30,41 bei 5.752,70 Zählern. Das Tageshoch markierten 5 802,28 Punkte nach fester Eröffnung der Nasdaq , während das Tief mit 5 710,20 Zählern erreicht war. Fantastic verteuerten sich um 0,78 auf 6,57 Euro (+13,47 %). Gauss Interprise gewannen 1,50 auf 12,80 Euro (+13,27 %) und IDS Scheer 1,92 auf 18,40 Euro (+11,65 %). Qiagen verloren hingegen 3,10 auf 52,53 Euro (-5,57 %). Pandatel büßten 7,00 auf 130,00 Euro ein (-5,11 %) und Nemetschek 2,90 auf 55,10 Euro (-5,00 %).

Die Nebenwerte zeigten sich kaum verändert. Während der SDax bis 17.45 Uhr 5,64 Punkte auf 3 391,53 Zähler einbüßte, gewann der MDax 5,02 auf 4 859,66 Punkte hinzu. Das Tageshoch markierten im MDax 4 885,27 und das Tief 4 815,65 Zähler. Gewinne verbuchten Merck , die sich um 3,20 auf 40,90 Euro verteuerten (+8,49 %). ProSieben legten 10,15 auf 158,57 Euro (+6,84 %) zu und Heidelzement 3,99 auf 68,00 Euro (+6,23 %). Deutlich schwächer notierten hingegen MLP , die 17,30 auf 150,50 Euro verloren (-10,31 %). Die Anleger reagierten enttäuscht auf den verpassten Aufstieg in den Dax, der von vielen Marktbeobachtern erwartet worden war. Holzmann büßten 1,24 auf 23,26 Euro ein (-5,06 %) und Rhön-Klinikum 2,48 auf 50,01 Euro (-4,72 %).

Der Euro-STOXX 50 legte zu. Bis 17.50 Uhr verbesserte sich der Index der europäischen Standardwerte um 54,07 auf 5 159,59 Zähler. Das Hoch markierten bis zum Abend 5 186,26 Punkte, das Tief lag bei 5 107,21 Zählern zur Eröffnung. Metro gewannen 2,65 auf 45,95 Euro (+6,12 %). Philips verteuerten sich um 2,45 auf 49,00 Euro (+5,26 %) und Deutsche Telekom um 1,97 auf 46,71 Euro (+4,40 %). Schwächer zeigten sich hingegen Carrefour mit einem Minus von 4,55 auf 78,25 Euro (-5,50 %). Ahold verloren 0,93 auf 31,20 Euro (-2,89 %) und AXA 3,80 auf 164,50 Euro (-2,26 %). Marktbeobachter beurteilen die Entwicklung an der Frankfurter Börse mit "verhaltenem Optimismus". Vor Veröffentlichung neuer US-Wirtschaftsdaten am Freitag, die näheren Aufschluss über die Zinsentscheidung der Notenbank Fed in zwei Wochen geben könnten, würden sich Investoren "nicht aggressiv" verhalten, sagte ein Experte. Daher werde die Obergrenze in der Zone zwischen 7 300 und 7 500 Zählern wahrscheinlich nicht überschritten. "Es wäre schon viel Marktvolumen und Zuversicht nötig, um diese dicke Widerstandsline zu brechen", hob er hervor.

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