Die Apotheker fürchten um ihren Umsatz
Gesundheitsministerin Schmidt will Onlineapotheken erlauben

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt sprach sich am Donnerstag in Berlin für Online-Apotheken aus. Auch ein elektronisches Rezept will sie einführen.

BERLIN. Auch in Deutschland müsse der Internethandel mit apothekenpflichtigen Arzneimitteln ermöglicht werden, sagte Schmidt am Donnerstag auf einem Wirtschaftsforum des Deutschen Apothekenverbandes in Berlin. Man könne nicht die Augen vor dem E-Commerce mit Arzneimitteln verschließen, zudem ließen sich dadurch Kosten in der gesetzlichen Krankenversicherung senken. Der Medikamentenvertrieb der deutschen Apotheken sei zu teuer. In anderen Ländern - wie den Niederlanden oder Großbritannien - ist der Internethandel längst erlaubt, in Deutschland dagegen verboten.

Der Streit um Internetapotheken schwelt, seit Docmorris.com von den Niederlanden aus günstige Medikamente auch nach Deutschland verkauft. Seitdem laufen die deutschen Apotheken Sturm. Die Apotheker fürchten um ihren Umsatz und argumentieren mit der Sicherheit der Patienten. Diese sei nicht gewährleistet, wenn Patienten ihre Pillen und Pasten online einkauften. In Apotheken würden sie dagegen persönlich beraten.

Gleichzeitig kündigte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) am Dienstag in Berlin allerdings an, im Sommer ein Gesundheitsportal im Internet starten zu wollen. Dort sollten sich Patienten informieren und Medikamente bestellen können, die dann in Apotheken abgeholt werden müssten.

Gesundheitsministerin Schmidt betonte, dass der Internethandel mit Medikamenten für Berufstätige nützlich wäre, die nicht zu Öffnungszeiten der Apotheken einkaufen könnten. Gleiches gelte für Menschen, die nicht mobil seien. Wichtigstes Argument scheint für die Gesundheitsministerin allerdings die Kostensenkung zu sein. Den Apothekerverbänden sagte sie zu, dass Vertreter des Gesundheitsministeriums und des Wirtschaftsministeriums mit den Apothekern in einer Arbeitsgruppe über den Onlineversand von Medikamenten diskutieren werden. Auf EU-Ebene will sie sich für die Entwicklung gemeinsamer Sicherheitsstandards stark machen.

Das elektronische Rezept

Gleichzeitig sprach sich Schmidt für die Einführung eines elektronischen Rezeptes aus. Das System, das Industrieunternehmen, Krankenkassen und Apotheker zur Zeit entwickeln, soll Kosten senken und Abläufe vereinfachen. Ein Arzt würde kein Rezept mehr auf Papier ausstellen, sondern digital verschreiben, die Daten würden direkt zur Krankenkasse fließen und eine schnelle Abwicklung ermöglichen.

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