Die Autobiografie des ehemaligen Präsidenten bricht schon vor der Veröffentlichung in den USA alle Rekorde
Verkaufstalent in eigener Sache

Dass Bill Clinton ein Künstler der Selbstinszenierung auf der politischen Bühne ist, hat er in seinen acht Jahren als US-Präsident bewiesen. Mit der Veröffentlichung seiner Biografie liefert der 57-Jährige jedoch sein Meisterstück. "Niemals zuvor hat ein Autor so viel öffentliche Aufmerksamkeit bekommen wie Clinton", sagt Stuart Applebaum, Sprecher des US-Verlages Random House.

HB NEW YORK. Das Buchereignis des Jahres beginnt bereits am Sonntagabend mit einem Interview Clintons in der TV-Show "60 Minutes" - der meistgesehenen Politshow Amerikas. Am Vorabend des Erscheinungstages hat der Verlag A. Knopf etwa 1  000 Freunde und Mitarbeiter Clintons ins Museum of Metropolitan Art in Manhattan eingeladen, um das Buch und den Autor zu feiern. "Erst eine Minute nach Mitternacht wird es die ersten Exemplare geben", sagt Applebaum. Der Verlag habe penibel darauf geachtet, dass es in den Medien keine Vorabdrucke gebe. A. Knopf ist eine Tochter von Random House, das wiederum zum deutschen Medienkonzern Bertelsmann gehört.

Am Dienstag tritt Clinton bei der Talkshow-Diva Oprah Winfrey auf. Es folgen weitere Auftritte in den Morgen-Shows der großen US-Sender. "Mehrere hundert Leute vom Verlag und von Clintons Seite haben die Marketingkampagne über Monate geplant", berichtet Applebaum. Bertelsmann-Chef Günter Thielen wurde laufend über das Mega-Projekt unterrichtet, Random-House- Chef Peter Olson war persönlich an den Vorbereitungen beteiligt.

In der Buchhandlung Borders an der Wall Street wirft das publizistische und politische Großereignis schon seit Wochen seine Schatten voraus. Das Geschäft gehört zu den ersten drei Buchhandlungen in New York, in denen Clinton sein Lebenswerk persönlich signieren will. "Wir erwarten mehrere tausend Besucher und werden ab morgens halb acht Eintrittskarten ausgeben", sagt Deryl Mattson, Marketing-Manager bei Borders in New York.

Das etwa 1  000 Seiten dicke Clinton-Buch bricht bereits vor seinem Erscheinen fast alle Rekorde: Mehr als zwei Millionen Exemplare wurden vorab bestellt. Der Verkauf startet mit einer Druckauflage von 1,5 Millionen Stück. Der Verlag A. Knopf soll Clinton rund zehn Mill. Dollar im Voraus gezahlt und weitere 3,4 Mill. Dollar für den Druck ausgegeben haben. "Wir haben unsere Ausgaben durch den Verkauf der Nachdruckrechte an Dutzende von Ländern bereits abgedeckt", sagt Applebaum.

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