Die Automobilbranche ist der Motor der Slowakei
Die Automobilindustrie setzt ihre Erfolgsstory fort

Die Automobilindustrie entwickelt sich in der kleinen Slowakei immer mehr zum Zugpferd der Wirtschaft. Schon heute ist die Branche an der Industrieproduktion mit rund 20 % beteiligt.

BRATISLAVA. Bis 2007 dürften die Slowaken bezüglich des Fahrzeugausstoßes zu den 15 Top-Fahrzeugbauern in der Welt und - gemessen an der gefertigten Stückzahl pro 1 000 Einwohner - sogar zur Automobilnation Nummer eins aufsteigen.

Die Gesamterlöse der Fahrzeugproduktion einschließlich der boomenden Zulieferindustrie, in der heute 50 000 Mitarbeiter beschäftigt sind, beziffern die Manager der Verbandes der Automobilindustrie für 2002 auf 215,1 Mrd. Kronen (5,2 Mrd. Euro). Auch 2003 hält dieser Wachstumstrend an. "Wir rechnen mit einem weiteren Plus von 12 % auf 240 Mrd. Kronen ( 5,8 Mrd. Euro)", teilte der Verbandspräsident und Vorstandsvorsitzende von Volkswagen Slovakia, Jozef Uhrik, mit. Das hohe Wachstum in der slowakischen Kfz-Industrie wird vor allem von der Zulieferbranche getragen. Der Kfz-Sektor ist auch die Hauptsäule der slowakischen Exportwirtschaft. Im Jahr 2002 entfielen von den Gesamtexporten 27 % (4,2 Mrd. Euro) auf den Fahrzeugbau.

Allein Volkswagen Slovakia, seit 1994 eine 100%ige Tochter des Wolfsburger Automobil-Konzerns, war im Vorjahr mit 16,6 % an den gesamten Exporterlösen der Slowakei beteiligt. VW ist das umsatzstärkste Unternehmen in der Slowakei und hat nach eigenen Angaben in den zwölf Jahren seines hiesigen Engagements mehr als 1 Million Fahrzeuge hergestellt und bis Ende 2002 1,1 Mrd. Euro investiert. 9 300 Mitarbeiter bauen die Autos. Die Werke sollen sich künftig stärker auf die Produktion hochwertiger Wagenmodelle (Geländewagen Touareg/Porsche Cayenne) konzentrieren.

Mit der Anfang 2003 getroffenen Entscheidung des französischen Automobilkonzerns PSA Peugeot Citroen, seine neue mitteleuropäische Fertigungsstätte mit einer Jahreskapazität von 300 000 Wagen in der westslowakischen Stadt Trnava zu errichten, findet die slowakische Erfolgsstory der Kfz-Industrie ihre Fortsetzung. "Unser neuer slowakischer Fahrzeugbauer soll", so der Präsident von PSA, Jean-Martin Folz, "zum Aushängeschild des gesamten Konzerns werden." Die ersten Wagen werden voraussichtlich Anfang 2006 vom Band rollen.

Das Land hat auch gute Karten, noch weitere Automobilkonzerne ins Land zu holen. "Der britische Fahrzeugbauer Rover erwäge bereits den Bau eines neuen Werkes in der Slowakei" verkündete Wirtschaftsminister, Pavol Rusko, Anfang Oktober und fügte zugleich hinzu "Unser Hauptkonkurrent ist Polen". Auch bei der Werbung um den südkoreanischen Fahrzeugkonzern Hyundai Motor Group, der in Mitteleuropa ein neues Werk plant, schlagen sich die slowakischen Investitionsförderer wacker.

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