Die Bahn will Transnet-Zahlen zum Stellenabbau nicht kommentieren
Drastischer Stellenabbau im Bahnfernverkehr

Die Deutsche Bahn plant angesichts ihrer milliardenschweren Krise einen drastischen Personalabbau im Fernverkehr.

dpa-afx FRANKFURT. Jede sechste Lokführer-Stelle soll nach Informationen der Gewerkschaft Transnet bereits zum Fahrplanwechsel Ende Mai 2001 eingespart werden. Die Stellenzahl werde von jetzt 3 000 auf 2 500 reduziert. Bei den Zugbegleitern sei eine Kürzung von 4 500 auf 4 100 Stellen geplant, berichtete Transnet am Samstag auf Anfrage. Die Bahn wollte Zahlen zum Stellenabbau nicht kommentieren. Ein Sprecher wies zudem einen Bericht zurück, die ICE-Neubaustrecke Frankfurt-Köln werde mit mehr als 11 Mrd. DM (5,6 Mrd. Euro) erneut teurer als angenommen.

Ein Großteil der 8,4 Mrd. DM, die das Gesamtunternehmen bis 2005 einsparen müsse, soll über Personalabbau erbracht werden, sagte der Bahnsprecher. Ein Sanierungsplan sei in Arbeit. Der bis 2004 vereinbarte Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen stehe dabei nach wie vor. Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung sind bis 2003 weitere Kürzungen auf je 1 700 Lokführer und Zugbegleiter vorgesehen. 13 Niederlassungen sollten aufgegeben werden.

Unrentable Fernverkehrsstrecken sollen gestrichen werden

Hintergrund der Pläne ist die Absicht der Bahn, unrentable Fernverkehrsstrecken zu streichen. Von Ende Mai 2001 an sollen vor allem Interregio-Züge entfallen und zum Teil durch Nahverkehrsverbindungen ersetzt werden. Die schwach ausgelasteten Interregios bringen der Bahn Millionenverluste. Die Gewerkschaft Transnet, die am Sonntag zu einem Gewerkschaftstag in Magdeburg zusammenkommt, kritisierte die Pläne als "Schrumpfkonzept". Viele Verbindungen würden wegfallen.

Als "Unsinn" bezeichnete der Bahnsprecher Informationen der "Welt am Sonntag" über weitere Verteuerungen beim Neubau der ICE-Strecke Frankfurt-Köln. Die Kosten werden derzeit auf unter 10 Mrd. DM beziffert. 1995 waren ursprünglich 7,75 Mrd. DM veranschlagt worden. Die 177 Kilometer lange Strecke soll 2002 die Fahrtzeit zwischen den beiden Städten von zweieinviertel Stunden auf rund eine Stunde verkürzen.

Für die Struktur der Bahn nach einem Börsengang zeichnet sich unterdessen nach einem Bericht der "Welt am Sonntag" ein Modell ab. Demnach sei in Führungskreisen angedacht, dass die Bahn unter dem Dach einer Holding nur noch den Personen-Fernverkehr zu 100 % betreibe. Im Nahverkehr wolle sich die Bahn nur mit 40 % an Regionalgesellschaften beteiligen. Im Güterverkehr (DB Cargo) sei eine Fusion mit einem Logistik-Dienstleister denkbar. Am entstehenden Unternehmen solle die Bahn ebenfalls nur 40 % halten. Die Bahn solle auch künftig das Schienennetz managen. Der Bahnsprecher bezeichnete die Angaben als "reine Spekulation".

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