"Die Bedrohung ist nicht geringer geworden"
CIA-Chef: El Kaida plant weitere Anschläge

Die Extremistenorganisation El Kaida bereitet nach den Worten von CIA-Chef George Tenet weitere schwere Anschläge vor. "Die Bedrohung ist nicht geringer geworden", sagte der Leiter des US-Auslandsgeheimdienstes.

Reuters WASHINGTON. Die "Washington Post" berichtete am Donnerstag, Extremisten mit Verbindungen zur El Kaida sollen in den Besitz chemischer Kampfstoffe gelangt sein. Sie hätten vermutlich Nervengas in Nordirak bekommen. Das Blatt berief sich auf Experten "mit erstklassigen Informationen". Zugleich berichtete das Blatt aber auch aus anderen Quellen, die Informationen über den Kampfstoff- Transfer seien unbestätigt und ob es sich um Nervengas handele, sei eine Interpretationsfrage.

Tenet sagte am Mittwoch im Nixon-Center in Washington: "Die Erkenntnisse zeigen ganz klar, dass El Kaida weitere Terroranschläge vorbereitet." Seit die USA im Oktober vergangenen Jahres ihren "Krieg gegen den Terrorismus" begonnen haben, wurden mehrere hochrangige El-Kaida-Mitglieder gefasst oder getötet, El-Kaida-Chef Osama Bin Laden selbst ist vermutlich noch am Leben. Der Gruppe werden die Anschläge am 11. September 2001 in den USA angelastet.

Zu den jüngsten Anschlägen auf der indonesischen Insel Bali und in der kenianischen Hafenstadt Mombasa sagte Tenet, El Kaida habe die Attentate dazu benutzt, um weitere Kämpfer anzuwerben. Auf Bali waren im Oktober fast 200, in Mombasa im November 16 Menschen getötet worden. Ein führendes El-Kaida-Mitglied habe im Internet zudem noch größere Anschläge mit noch mehr Opfern angekündigt, sagte Tenet.

Extremistengruppe soll Nervengas erhalten haben

Nach den Informationen der "Washington Post" haben Extremisten der libanesischen Gruppe Asbat el Ansar Ende Oktober oder im November im Norden Iraks den Kampfstoff VX erhalten. Die Gruppe soll Verbindungen zur El Kaida haben. Im Norden Iraks leben vor allem Kurden, die von der Regierung Saddam Husseins unterdrückt worden waren. Unter dem Schutz der USA und Großbritanniens, die im Norden den Luftraum Iraks kontrollieren, haben die Kurden faktisch eine von der Regierung in Bagdad unabhängige Selbstverwaltung organisiert. Daneben sollen in der Region mehrere Untergrundgruppen Unterschlupf gefunden haben - nach dem Bericht der "Washington Post" auch ein Ableger der Asbat el Ansar.

Die irakische Regierung bestreitet, dass sie noch Massenvernichtungswaffen wie Giftgas besitzt. Eine Dossier dazu hat sie der UNO übergeben. Derzeit überprüfen Inspektoren der Uno und der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Irak, ob dies der Wahrheit entspricht.

Viele Militärexperten gehen jedoch davon aus, dass die USA unabhängig von den Inspektionen einen Krieg gegen Irak beginnen werden, um Präsident Saddam Hussein zu stürzen. An den Devisenmärkten wurde eine solche Einschätzung durch den Bericht der "Washington Post" verstärkt. Die US-Währung wurde nach Einschätzung einiger Marktteilnehmer dadurch belastet. "Der Markt ist nun sicher, dass die USA eingreifen werden, und das hat den Kurs beeinflusst", sagte ein Währungsstratege bei BNP Paribas.

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