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Die Begründung der Nobelpreisjury in Auszügen

dpa OSLO. Das norwegische Nobelkomitee hat am Freitag in Oslo die Vergabe des Friedensnobelpreises an Südkoreas Präsident Kim Dae Jung wie folgt begründet:

"Das norwegische Nobelkomitee hat beschlossen, den Friedensnobelpreis des Jahres 2000 an Kim Dae Jung für seine Arbeit für Demokratie und Menschenrechte in Südkorea und in Ostasien insgesamt sowie insbesondere für Frieden und Versöhnung mit Nordkorea zu vergeben.

Während der jahrzehntelangen autoritären Herrschaftsform in Südkorea entwickelte sich Kim Dae Jung trotz wiederholter Bedrohungen seines Lebens und langer Perioden im Exil schrittweise zum führenden Fürsprecher der Demokratie. Seine Wahl 1997 zum Präsidenten der Republik markierte Südkoreas endgültigen Beitritt zu den Demokratien der Welt. Als Präsident hat sich Kim Dae Jung bemüht, die demokratische Regierungsform zu konsolidieren und die innere Aussöhnung in Südkorea zu fördern.

Mit großer moralischer Kraft hat sich Kim Dae Jung in Ostasien als führender Anwalt der universellen Menschenrechte gegen Versuche zur Begrenzung der Bedeutung dieser Rechte in Asien hervorgetan. Sein Einsatz für die Demokratie in Birma und gegen die Unterdrückung in Osttimor war beträchtlich.

Mit seiner "Sonnenschein-Politik" hat Kim Dae Jung versucht, mehr als fünfzig Jahre Krieg und Feindseligkeit zwischen Nord- und Südkorea zu überwinden. Sein Besuch in Nordkorea gab den Anstoß zu einem Prozess, mit dem die Spannungen zwischen beiden Ländern vermindert werden. Nun gibt es Hoffnung, dass der Kalte Krieg auch in Korea beendet werden kann. Kim Dae Jung hat sich für die Aussöhnung Südkoreas mit anderen Nachbarländern, darunter vor allem Japan, eingesetzt.

Das norwegische Nobelkomitee wünscht seine Anerkennung für die Beiträge von Führungspersönlichkeiten aus Nordkorea und anderen Ländern für Versöhnung und eine denkbare Wiedervereinigung auf der koreanischen Halbinsel auszudrücken."

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