Archiv
Die Börse ließ zu Jahresschluss nicht die Sektkorken knallen

Ein für viele schmerzhaftes Börsenjahr ist vollbracht. Selbst am letzten Handelstag des Jahres schafft es die Wall Street nicht auf den grünen Zweig. Sowohl der Nasdaq als auch der Dow Jones schließen den Tag im Minus.

Branchen, bei denen noch kein Ende des nachlassenden Geschäftsumfelds in Sicht ist und bei denen Unsicherheit dominiert, gehörten im Tagesverlauf zu den größten Verlierern. Zu den vier größten Verlierern im S&P 500 Index gehörten neben Softwareaktien auch der Telekom -, Chip- und Computerbereich. Ob Network Appliances, Cisco Systems, Siebel oder Qualcomm - es ging weiter abwärts.



Der Abgabedruck bei den Hightechs wurde neben den wackligen Zukunftsaussichten auch durch steuerbedingte Verkäufe verstärkt. Investoren, die Kursverluste geltend machen wollen, mussten spätestens an diesem Freitag verkaufen. Die Bilanz für den Nasdaq: Ein Jahresverlust von fast 40 Prozent.



Mittlerweile hat der Pharmakonzern Pfizer sowohl Cisco als auch Intel in der Marktkapitalisierung überholt. Auch Merck ist nun mehr wert als Intel. Die gleiche Saga bei den Internetwerten. Während Yahoo vor etwas mehr als einem Jahr noch dreimal soviel Wert war wie Walt Disney, ist dieser Tage Disney fast viermal soviel Wert wie Yahoo. So ändern sich die Zeiten. Noch grasser sind die Vergleiche bei Priceline. Zeitweise war der Internetdienst mehr Wert als die US Fluggesellschaften AMR, Delta, US Airways und United zusammen. Heute hat das Unternehmen noch den Gegenwert von nicht einmal fünf Jumbojets. Insgesamt wurden durch die Korrektur im Nasdaq rund 3 Billionen Dollar oder 3.000 Milliarden Dollar an Anlegerkapital vernichtet.



Unter den Gewinnern befanden sich zum Jahresausklang, wie bereits in den vergangenen drei Handelstagen, defensive Aktien aus dem Pharma- und Konsumbereich, gefolgt von Einzelhandels- und Finanzwerten. Diese beiden Branchen zählen im Umfeld sinkender Zinsen zu den größten Gewinnern. Im Dow Jones tendierten die Aktien von Home Depot, Procter & Gamble und American Express freundlich. Wenn auch der Finanzsektor zu den Gewinnern im S&P 500 Index gehörte, rutschten die meisten Banktitel wie J.P. Morgan gegen Tagesschluß ins Minus. Der Wert konnte im Jahr 2000 dennoch rund 36 Prozent zulegen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%