Die Börsenkolumne aus New York
Die Stimmung an der Wall Street scheint umzuschlagen

Fand man vor wenigen Wochen selbst bei guten Nachrichten noch ein Haar in der Suppe, drückt man dieser Tage bei negativen Meldungen gleich beide Augen zu.

Bei den Quartalszahlen von IBM; Intel oder Motorola konnte man vor lauter Haaren kaum noch die Suppe finden. Doch statt die betroffenen Aktien absaufen zu lassen, wirft man ihnen Rettungsringe zu. Ganz nach dem Motto: "Es wird schon wieder werden!" Intel?s Ergebnisse und Aussichten seien derart schlecht, es könne eigentlich kaum noch schlechter werden. Gemessen an der Bewertung als genug Grund, um den Wert nun wieder oder erst Recht ins Depot zu legen.

Ganz so viele Haken und Ösen hatte IBM nicht, und doch gab es am zweiten Quartal einiges auszusetzen. Die Auftragseingänge im Dienstleistungssektor lagen lediglich bei 10,6Mrd. $. Im Vergleich zum vorhergehenden Quartal ein Rückgang von rund 4 Mrd. $. Optimistischere Analysten peilten fast 15 Mrd. $ an Auftragseingängen an. Eine echte Enttäuschung für die skeptisch bleibende Analystenwelt, nicht aber für den Aktienkurs.

Eine Message scheint jedenfalls klar zu sein: Nach den Quartalsergebnissen von IBM und Intel, kann man den für diesen Donnerstag anstehenden Ergebnissen von Microsoft wohl gelassen entgegen sehen. Das Ergebnis soll bei 42 Cents pro Aktie liegen, mit einem Umsatz von rund 7 Mrd. $. Merrill Lynch hat den Wert am Mittwoch als aggressiv kaufenswert empfohlen. Insgesamt werden im Laufe des Tages drei Dow Jones Werte und über 200 Unternehmen die Ergebnisse bekannt geben.

Wie bereits am Vortag, können sich die Zahlen sehen lassen. So konnte Lockheed Martin, Delta Air, International Paper und Philip Morris die Erwartungen des Marktes schlagen. Philip Morris tendiert dennoch schwächer, da man nur das untere Ende der für das Gesamtjahr 2002 angepeilten Ertragsspanne erreichen wird. Notwendige Investitionen über 350 Mio. $ bremsen das Wachstum.

Wollen wir vor lauter Ergebnissen die Wirtschaftsdaten nicht aus den Augen verlieren. Die leitenden Wirtschaftsindikatoren für den Juni lagen bei 0 % und damit exakt im Rahmen der Schätzungen. Allerdings scheint die verarbeitende Industrie in der Region von Philadelphia im Juli einige überraschende Schwierigkeiten zu bekommen. Der Index sollte von 22,2 im Juni auf 17,5 sinken, fiel aber tatsächlich auf 6,6. Wenn auch eine positive Zahl noch Wachstum signalisiert, hat es doch erheblich nachgelassen. Einen ähnlich großen Einbruch erlebten die Auftragseingänge.

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