Die Börsenkolumne aus New York
Kein Risiko vor dem langen Wochenende

Vor dem Feuerwerk gibt es eine kleine Achterbahnfahrt. Mit den US-Börsen geht?s am Mittwoch auf und ab, allerdings scheinen es die drei großen Indizes nicht mehr ins Plus zu schaffen. Im Gegenteil: Die Böden werden immer tiefer.

Nachdem die Nasdaq am Montag und der S&P 500 am Dienstag unter ihre jeweiligen Septembertiefs gefallen waren, kratzt der Dow am Mittwoch erstmals an der 8900-Punkte-Linie und nähert sich damit auch immer mehr der kritischen Marke.

Dass es einen Tag vor dem langen Wochenende weiter abwärts geht hat viele Gründe. Zwei, die auf den ersten Blick auffallen, sind allerdings auszuschließen. Die Angst vor Terror-Angriffen am bevorstehenden "Independence Day" spielt auf dem Parkett keine Rolle. Das liegt nicht etwa daran, dass man keine Gefahr sehe oder nach dem 11. September abgebrüht sei, sondern vielmehr daran, dass sich ein eventuelles Risiko weder beziffern noch in die Kurse einkalkulieren lässt.

Auch die Konjunkturdaten vom Morgen haben den Markt nicht beeinflusst. Dass die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung auf ein 15-Monats-Tief gesunken ist, macht zwar ein bisschen Hoffnung auf eine weitere Verbesserung der Konjunktur.

Doch steht am Freitag - zwischen Feiertag und Wochenende - der große Arbeitsmarktbericht an, und für den sehen Experten schwach, zumal die Bilanzskandale der letzten Tage und die anhaltende Schwäche im Telekomsektor weitere Entlassungen mit sich bringen.

Andererseits: Auch dass der Einkaufsmanagerindex für das Dienstleistungsgewerbe unter die Erwartungen der Analysten gesunken ist, wird nicht weiter ernst genommen. Der Index notiert noch deutlich im Expansionsbereich. So gleichen sich die News aus dem ökonomischen Umfeld aus.

Eine gute, eine schlechte - beide werden vom Markt ignoriert, wenngleich die Tagescharts leichte Ausschläge erkennen lassen. Die haben indes vielmehr mit den Spekulationen der Daytrader zu tun als mit der Reaktion des Marktes auf fundamentale Erkenntnisse.

Woran es wirklich liegt, dass der Markt erneut auf Tiefständen dümpelt? Vor allem daran, dass es keine wirklichen Kaufgründe gibt und Anleger vor einem langen Wochenende kein unnötiges Risiko eingehen wollen. In einem schwachen Markt, den außer der vagen Furcht vor Terror vor allem die anstehende Ertragssaison mit wahrscheinlich zahlreichen Enttäuschungen und vielleicht sogar weiteren Bilanzbomben bedrohen, will niemand auf großen Aktienpositionen sitzen.

So dürfte der Handel am Mittwoch weiter schlapp bleiben, ein Kursfeuerwerk ist nicht zu erwarten. Dafür gibt es am Donnerstag ein richtiges - mit Böllern und Raketen auf dem Hudson River.

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