Die Börsenkolumne aus New York
Kriegsangst und Gewinnwarnungen belasten Wall Street

Wenn die Nacht am schwärzesten ist, kann die Dämmerung nicht mehr weit sein. Und schwarz sieht die Lage an der Wall Street in der Tat aus. Gute Nachrichten sind zum Wochenauftakt kaum auszumachen.

wsc NEW YORK. Während Japan keine ausreichende Nachfrage für die Auktion 10-jähriger Anleihen generieren kann, leidet Amerika weiterhin unter der Angst vor einer militärischen Auseinandersetzung mit dem Irak. Der Ölpreis setzt zum Wochenauftakt seinen stetigen Anstieg fort.

Gleichzeitig deuten einige Umsatzwarnungen auf erste Risse beim Konsum. Nicht nur Wal-Mart, auch Federated Department, zu denen auch Macy?s gehört, verkündet enttäuschende Absatzzahlen für den September. Die Verbraucher scheinen den Gürtel etwas enger geschnallt zu haben. Die Welle der Ertrags- oder Umsatzwarnungen macht auch vor anderen Branchen keinen Halt. So muss nun erneut JDS Uniphase, ein Hersteller von Telekom-Technologie, die Umsatzprognosen nach unten revidieren. In Anbetracht der vielen Warnungen aus dem Sektor, keine wirkliche Überraschung.

Noch so manch andere Warnung könnte die Wall Street in den nächsten 14 Tagen auf die Probe stellen. An diesem Montag hat die heißeste Phase der Ertragswarnungssaison begonnen. Gemessen an dem Verhältnis von Warnung zu positiver Überraschung, scheint sich das Umfeld im Vergleich zu den vorhergehenden Quartalen wieder verschlechtert zu haben. Zahlreiche Brokerhäuser gehen nun davon aus, dass auch der Software-Sektor die Erwartungen nicht einhalten kann.

Laut Lehman Brothers gestalte sich das Quartal ausgesprochen schwierig. Selbst in dem saisonal sonst robusten vierten Quartal, sei mit einem nur schleppenden Verlauf der IT Investitionen zu rechnen. Die Kollegen bei SoundView beurteilen die Lage ähnlich und äußern sich zu den Aktien von Microsoft skeptisch. Ohne einen Turnaround in der PC Industrie und einer Erholung der IT Ausgaben, dürfte Microsoft das Wachstum kaum nachhaltig ausbauen können. Und damit nicht genug. Im gleichen Atemzug senkt der dortige Analyst die Schätzungen von Apple Computer, Dell Computer und Hewlett-Packard für das vierte Quartal. Wäre da noch ein Randereignis zu erwähnen: Die Notenbank tagt am kommenden Dienstag. Ein an der Wall Street kaum verfolgtes Ereignis. Man geht nicht davon aus, dass es zu einer Zinssenkung kommen wird.

© Wall Street Correspondents, Inc.

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