Die Bundesliga schlägt neue Spielzeiten vor – doch 12.30 Uhr am Samstag wird von Vereinen und Fans abgelehnt: Der Fußball braucht seinen Mittagsschlaf

Die Bundesliga schlägt neue Spielzeiten vor – doch 12.30 Uhr am Samstag wird von Vereinen und Fans abgelehnt
Der Fußball braucht seinen Mittagsschlaf

Weil der Rechtevermarkter Infront aussteigt, sucht der deutsche Fußball nach neuen Geldquellen. Das Motto heißt: Zeit ist Geld, neue Übertragungszeiträume bedeuten größere Einnahmen von den Fernsehsendern. Die Deutsche Fußball-Liga steht vor entscheidenden Wochen. Dabei muss sie immer abwägen - zwischen Geld und Traditionen.

BERLIN. Bei der Suche nach neuen Übertragungszeiten hat die DFL nur beschränkte Freiheiten. Denn die ARD hat einen Vertrag geschlossen, der ihr bis 2006 sieben Spiele am Samstag garantiert. Dafür bezahlt die ARD pro Saison 68 Millionen Euro. Dagegen läuft der Vertrag mit dem Deutschen Sport-Fernsehen (DSF) nach dieser Saison aus. Das DSF bezahlt zwölf Millionen Euro, um am Sonntag zwei Bundesligaspiele zusammenfassen zu dürfen. Der größte Teil der Fernsehgelder kommt vom Pay-TV-Sender Premiere, der sich die Rechte zur direkten Übertragung der Bundesliga pro Saison 150 Millionen Euro kosten lässt. Für sämtliche Rechte an der Bundesliga, also Mobilfunk und Internet eingeschlossen, hatte Infront 280 Millionen Euro überwiesen.

Dem Vorbild England nacheifernd, haben die deutschen Fußballvermarkter Asien als gelobten Kontinent für den Absatz von Fußballfernsehen ausgemacht. Um Zuschauern in China und Japan die Bundesliga live präsentieren zu können, schlug DFL-Präsident Werner Hackmann daher vor, ein Bundesligaspiel am Samstag auf die Mittagszeit vorzuverlegen, auf 12.30 Uhr etwa. In dieser Saison spielt die Bundesliga im Ausland nur 15 Millionen Euro an Fernsehgeldern ein, die Engländer bringen es mit ihrer Premier League auf 60 Millionen.

Eine Alternative sind Spiele am Freitagabend - Partien unter Flutlicht finden nicht nur die Fans charmant, der Freitag könnte auch ein gutes Geschäft fürs Fernsehen sein. Georg Kofler, der Geschäftsführer von Premiere, hat vorgeschlagen, die beiden Bundesligaspiele des Sonntags auf Freitagabend zu verlegen. Die Bedingungen für Freitagsspiele werden auch durch eine Reform des Europäischen Fußball-Verbandes (Uefa) günstiger. Denn er plant, den Donnerstag als Spieltag für den Uefa-Pokal abzuschaffen.

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