„Die Champions League hat in dieser Konstellation für uns keine Priorität“: Kein "Persilschein" für Toppmöller

„Die Champions League hat in dieser Konstellation für uns keine Priorität“
Kein "Persilschein" für Toppmöller

Einen "Persilschein" über das nächste Bundesliga-Spiel am Samstag gegen Hansa Rostock hinaus will Bayer Leverkusen seinem Trainer Klaus Toppmöller nicht ausstellen. "Wir können doch nicht sagen: Egal, was passiert, wir ziehen das jetzt durch", erklärte Bayer-Manager Reiner Calmund am Montag in einem dpa- Gespräch.

HB/dpa LEVERKUSEN. Dagegen hatte der 51 Jahre alte Chefcoach in Interviews verlangt, ihm eine längerfristige Bewährung zu geben. "Ich will eine ehrliche Chance bekommen. Und nicht diese Rumeierei von Spiel zu Spiel", sagte der Fußball-Lehrer in einem Interview mit dem Kölner "Express" (Montag-Ausgabe).

"Wir müssen uns gefallen lassen, dass wir rumeiern. Doch wir müssen die Situation von Spiel zu Spiel analysieren", so Calmund: "Schließlich haben wir noch nie so eine negative Saison gehabt." Selbst 1996, als Leverkusen erst am letzten Spieltag den Klassenerhalt schaffte, "haben wir weder praktisch noch theoretisch auf einem Abstiegsplatz gestanden".

Eine für Montag anberaumte Aussprache mit der Bayer - Geschäftsführung sagte Toppmöller wegen einer Magen- und Darmerkrankung kurzfristig ab. "Wir machen es nun an diesem Dienstag", teilte Calmund mit. Dabei wird der Manager seinem Trainer einbläuen, dass allein der Verbleib in der Bundesliga oberstes Ziel ist. "Die Champions League hat in dieser Konstellation für uns keine Priorität", erklärte er mit Blick auf das nächste Zwischenrundenspiel am 18. Februar gegen Newcastle United.

In diesem Zusammenhang will er Toppmöller auch empfehlen, der prekären Lage personell Rechnung zu tragen. "Ich habe noch nie eine Mannschaft aufgestellt oder die Taktik gemacht", so Calmund, "doch man sollte angeschlagene oder besonders beanspruchte Spieler in der Champions League schonen." Es mache schließlich keinen Sinn, international "stolz und feierlich auf den Platz zu marschieren und in der Bundesliga baden zu gehen". Dass dies am Ende der Saison nicht der Fall ist, davon ist Toppmöller fest überzeugt. "Ich gebe niemals auf. Und ich kann eins versprechen: Bayer Leverkusen steigt nicht ab", meinte er.

Kritik wird angesichts der sportlichen Talfahrt des Champions- League-Finalisten und deutschen Vize-Meisters der vergangenen Saison bis auf den 15. Bundesliga-Platz auch an dem mächtigen Manager selbst laut. "Ich habe Verständnis dafür", entgegnete Calmund, unter dessen Ägide seit 1988 Toppmöller Trainer Nummer 10 ist, "doch wenn man mit dem Verein seit 1997/98 sechs Mal in Champions League und UEFA-Cup ist, klingt das etwas makaber."

DFB-Teamchef Rudi Völler, der lange Sportdirektor in Leverkusen war, begrüßt die Entscheidung seines ehemaligen Vereins, mit Toppmöller weiterzumachen. "Ich freue mich, dass Toppi seine Chance bekommt", sagte er am Montag vor dem Abflug zum Länderspiel gegen Spanien auf Mallorca. Allerdings weiß er auch, dass es für den viermaligen Vize-Meister schwieriger wird, wieder aus dem Bundesliga- "Keller" herauszukommen als nach großen Erfolgen zu jagen. "Das ist eine ganz andere Belastung, als wenn man versucht, Meister zu werden", fügte Völler an.

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