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Die CSU, ihr naiver Spam-Versender (II)

Mit ihrer E-Mail-Werbeaktion hat sich die CSU in die Nesseln gesetzt. Aber so richtig. Nun rechtfertigt sie sich - und hinterlässt doch eher Fragen als Antworten.

Mit ihrer E-Mail-Werbeaktion hat sich die CSU in die Nesseln gesetzt. Aber so richtig. Nun rechtfertigt sie sich - und hinterlässt doch eher Fragen als Antworten.

Richtig zur Sache ging es in den vergangenen Tagen im und um das CSU-Wahl-Weblog Blog4Berlin. DPA hat die Geschichte dann aufgegriffen und auch die "Süddeutsche Zeitung". Der Dilettantismus im Umgang mit der eigenen IT, wunderbar recherchiert vom Lichtwesen, hat der Sache da nicht unbedingt in Richtung Wellenberuhigung verholfen.

Nun hat sich Generalsekretär Söder erklärt. OK, das hätte vielleicht auch flotter gehen können. Und vielleicht auch von selbst und nicht erst nach Anfrage der Netzeitung. Aber der Bayer an sich ist ja oft von gemütlicher Seelenruhe. Leider offenbart aber Herr Söder, dass er entweder die Wahrheit ein wenig verbiegt - oder die CSU eher rückständig i st in Sachen Internet-Wahlkampf. Ich zitiere:

"Schließlich verwende man «einen Verteiler, bei dem die User zugestimmt haben, dass sie solche Info-Mails bekommen». Die Aktion sei deshalb «völlig in Ordnung». «Dass unser moderner Wahlkampf der SPD nicht gefällt, wirft mich nicht aus dem Stuhl», so der CSU-Generalsekretär."

Was will er uns hiermit sagen?

Möglichkeit 1: Die CSU hat, wie jedes Unternehmen auch, auf ihrer Homepage eine Funktion, bei der man sich in einen E-Mail-Verteiler eintragen kann. Dieser nennt sich News Flash. Flash ist hier eher bayerisch zu sehen (siehe oben unter Seelenruhe). Oder der Inhalt ist gemeint. Donnergrollen und so. Dieser News Flash wurde bereits mehrfach versandt. Die CSU hat also einfach einen neuen verschickt und behauptet, das wäre doch ganz toll. Dann wäre die Eintragung im Weblog schlichte Irreführun g.

Möglichkeit 2: Das Blog4Berlin hat erst kürzlich gemerkt, dass es solch einen News Flash gibt. Dann wäre die Partei nicht einheitlich informiert. Oder die Mitglieder gucken nicht auf die CSU-Homepage, wo der Hinweis "Newsletter" optisch gut platziert ist. Oder sie verstehen nicht, was "Newsletter" heißt. Aber dann wäre Bayern nicht so weit vorn in der Pisa-Studie, oder?

Möglichkeit 3: Die CSU hat die Adressen eingekauft. Und zwar bei einem Adresshändler, der diese über Online-Gewinnspiele und die Option "Möchten sie unverbindlich Informationen unserer Partner erhalten" eingesammelt hat. Somit wäre die CSU-Aktion zwar kein gesetzlicher Spam - aber immer noch ziemlich dumm und mit hohen Streuverlusten versehen.



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