Die CSU im Glück
Darauf einen Enzianschnaps

Die CSU hat allen Grund, sich zu entspannen in diesen Tagen: Alle Querelen auf dem Berliner Parkett scheinen der CDU-Schwesterpartei nichts anhaben zu können, ihre Umfragewerte stellen ein sanftes Ruhekissen dar. Doch wie macht sie das?

BERLIN. Was meint der Herrgott es doch wieder gut mit seinen Bayern: Blau wölbt sich der Himmel über dem Nationalpark Berchtesgaden, der Watzmann spiegelt sich im Königssee, und vor seiner Brennhütte im Hochwald schenkt der Schnapsbrenner Hubert Ilsanker frisch gebrannten Gebirgsenzian aus. CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer ist zu Besuch. Er durchwandert - begleitet von der ortsansässigen Rennrodel-Legende Georg Hackl - seinen gebirgigen Wahlkreis.

Gerade kommentiert Ramsauer den Geschmack des hochprozentigen Rachenputzers kennerhaft als "rass", als ihn ein Anruf aus der Bundeshauptstadt erreicht. Volker Kauder möchte ihn sprechen, der Unions-Fraktionschef. Es geht um den Libanon und die Uno-Truppenstellerkonferenz, und die beiden kommen überein: Keine Fraktionssondersitzung, lieber noch ein paar Tage länger parlamentarische Sommerpause. Ramsauer grinst und erhebt sein Glas: Prost!

Die CSU hat allen Grund, es sich wohl sein zu lassen in diesen Tagen. Die Bundesregierung versackt im Ansehenstief, die an ihr beteiligten Koalitionsparteien jammern sich nach Kräften auf 30-Prozent-Niveau hinunter, die große Schwesterpartei CDU tut obendrein alles, um mit täglichem grundsatzprogrammatischem Zickenalarm ihre Anhängerschaft sauer zu fahren - nur den Bayern scheint die Beteiligung an der großen Koalition nichts anhaben zu können. Der CSU wohlgemerkt, auf deren Vorsitzenden Edmund Stoiber vor gar nicht langer Zeit kein Mensch mehr einen Pfifferling gewettet hätte.

Wären am Sonntag Landtagswahlen, käme die CSU nach der jüngsten Forsa-Umfrage auf 56 Prozent. Keiner zweifelt mehr daran, dass Stoiber trotz der Blamage um seinen Rückzug aus Berlin wieder als Spitzenkandidat für die Wahl 2008 aufgestellt wird. Auf 54 Prozent der Befragten wirkt die CSU laut Forschungsgruppe Wahlen wie eine Partei, die geschlossen hinter ihrem Vorsitzenden steht. Zum Vergleich: Bei SPD-Chef Kurt Beck gilt das nur für 44 Prozent, bei CDU-Chefin Angela Merkel nur für 30 Prozent.

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