Die Dekra ist bisher schuldenfrei
Dekra will bis 2005 fit für den Kapitalmarkt sein

Der Kfz-Dienstleister Dekra will innerhalb von zwei Jahren reif für den Kapitalmarkt sein, um seinen Expansionskurs zu finanzieren. "Es geht aber nicht darum, den Konzern an die Börse zu bringen", sagte Finanzvorstand Klaus Schmidt am Donnerstag in Stuttgart.

Reuters STUTTGART. Ein attraktives Rating solle der Dekra vielmehr den Zugang zu Fremdkapital ermöglichen, auch eine Anleihe von 100 bis 200 Mill. Euro sei denkbar, sagte Schmidt. Die Dekra sei bisher schuldenfrei. Angesichts der internationalen Wachstumspläne könne das jedoch nicht so bleiben. Zukaufen will die Gutachter- und Kfz-Prüf-Organisation weiter in den USA, aber auch in noch nicht privatisierten Märkten für die staatlich vorgeschriebenen Kfz-Untersuchungen, wie Skandinavien.

Ziel bleibe eine Umsatzrendite von 5 Prozent. "Ich sehe gute Chancen, diese Ergebnismarke nach der Hoch-Investivphase zügig zu erreichen", sagte Schmidt. Im vergangenen Jahr hatte die Dekra ihre Rendite mit einem Ergebnissprung auf 23,5 (2001: 10,1) Mill. Euro vor Steuern auf 2,3 Prozent aufgebessert. Der Umsatz stieg um 8,3 Prozent auf 1,05 Mrd. Euro und übertraf damit erstmals die Milliardengrenze. Größter Bereich der Dekra ist - in Konkurrenz zum TÜV - weiter die Erstellung von Schaden- und Kfz-Prüfgutachten. Immobilien-Gutachten, die Überwachung von Industrieanlagen und Weiterbildungs-Angebote machen inzwischen aber mehr als ein Drittel des Umsatzes aus.

Für 2003 rechnet Dekra-Vorstandsschef Uwe Loos mit einem Umsatzzuwachs um 5 Prozent und einem weiter verbesserten Ergebnis. In den ersten vier Monaten habe der Umsatz mit 312 Mill. Euro leicht über dem Vorjahr gelegen, sagte Schmidt.

Ein neues Qualitätssiegel für den Gebrauchtwagenhandel soll dem stagnierenden Prüf-Geschäft im Inland "einen Kick nach vorne geben", sagte Vorstandschef Loos. Weitere Zukäufe in den USA, wo die Dekra in den Staaten Georgia und Texas in das Kfz-Prüf- und Abgasuntersuchungsgeschäft eingestiegen ist, wollte Loos nicht ausschließen. In Europa soll der Konzern von kürzeren Prüfzyklen und dem Einstieg in neue Märkte profitieren, in denen die Kfz-Untersuchung noch in staatlicher Hand ist.

Mittelfristig solle der Konzern jedes Jahr um fünf bis zehn Prozent wachsen. In den vergangenen Tagen wieder aufgeflammte Spekulationen um eine Fusion des Dekra mit dem angeschlagenen TÜV Rheinland wies Loos zurück: "Wir sind in keinen Gesprächen und keinen Verhandlungen", die Gerüchte seien zudem nicht neu.

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