Die Demission am 7. November entbehrt nicht einer gewissen Ironie
Leipzig gehen die Olympia-Macher aus

Die Olympiabewerbung Leipzigs für 2012 wird zur internationalen Lachnummer: Binnen elf Tagen hat am Freitag mit dem Olympia-Beauftrageten der Stadt, Burkhard Jung, bereits der dritte Politiker und "Mann der ersten Stunde" mehr oder weniger freiwillig seinen Rückzug aus dem Team der Leipziger Olympia-Bewerbung erklärt. Der Rückzug steht in Zusammenhang mit den anhaltenden Vorwürfen zu von ihm genehmigten Finanzgeschäften der früheren Olympia-Bewerbergesellschaft "Leipzig, Freistaat Sachsen und Partnerstädte GmbH".

HB LEIPZIG. Erst Hermann Winkler, dann Wolfram Köhler und nun Burkhard Jung: Nach dem Generalsekretär der Landes-CDU und dem Olympia-Staatssekretär aus derselben Partei strich mit Jung ein weiterer Olympia-Macher die Segel. Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee (SPD) entband ihn umgehend von seinen Aufgaben als Beigeordneter. Wie Winkler und Köhler ist Jung auch nicht mehr Mitglied im Aufsichtsrat der "Leipzig 2012 GmbH". Damit endet die 30-monatige Zeit des 45-jährigen SPD-Mannes als einer der Macher. Neuer Olympia-Beauftragter der Stadt ist der Beigeordnete für Stadtentwicklung und Bau, Engelbert Lütke Daltrup.

Jung soll mit dem früheren Geschäftsführer Thärichen eine Absprache getroffen haben, die ungerechtfertigte Provisionszahlungen an die Beraterfirma Sport Consulting International (SCI) deckte. Danach sollte die Firma für die alte Bewerbungsgesellschaft Sponsoren werben und dafür ein Entgeld erhalten. In der Folge sollen auch 15 % Provision von einer Million Euro abgezweigt worden sein, die die Stadt Leipzig der Olympia-GmbH für die nationale Bewerbung zur Verfügung gestellt hatte. Jung bestritt stets diese Vorwürfe.

Seine Demission steht im Ergebnis einer von Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt eingeleiteten Überprüfung aller Unterlagen der in Liquidation befindlichen Bewerbungs-GmbH. "Ich bin schockiert: Die Unterlagen begründen den Verdacht, dass zu Lasten der Leipzig, Freistaat Sachsen und Partnerstädte GmbH ungerechtfertigte Provisionen gezahlt wurden. Staatsanwaltschaftliche Ermittlungen sind geboten", betonte Tiefensee, der nach eigenen Angaben erst am Donnerstag Details über die Provisionszahlungen an SCI erfahren hatte. Die beiden Liquidatoren der früheren Bewerbungsgesellschaft, Günther Störzinger und Johann Gierl vom Dresdner Finanzministerium, haben die Unterlagen zu den Provisionszahlungen an die SCI der Leipziger Staatsanwaltschaft zur Prüfung zugeleitet.

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