Die Deutsche Bahn rechnet mit einer halben Mrd. DM Plus
Neues Cargo-Konzept soll der Bahn Gewinne bringen

Die Deutsche Bahn AG will mit einem neuen Cargo-Konzept den Güterverkehr um rund eine halbe Mrd. DM aufbessern.

Reuters BERLIN. Die Deutsche Bahn AG will im Güterverkehr stärker auf schnelle Strecken mit wenigen Verladestationen setzen und damit mehr Geld verdienen. Durch ein neues Cargo-Konzept solle das Ergebnis des hoch defizitären Transports einzelner Waggons (Einzelfahrverkehr) von 2004 an jährlich um rund eine halbe Mrd DM verbessert werden, sagte der Vorstandschef der DB Cargo, Bernd Malmström, am Freitag in Berlin. Dazu würden 1000 der 2100 kleineren Güterverkehrsstellen in allen Bundesländer an kleinere Betreiber abgegeben oder geschlossen. Auch werde die Zahl der mittleren und größeren Rangierstationen werde um je 50 % reduziert.

Mit dem "Mora C" genannten Konzept will die Bahn nach Malmströms Worten im Einzelfahrverkehr statt Verluste in dreistelliger Millionenhöhe die branchenübliche Rendite von neun bis 12 % erreichen. Das Unternehmen wickelte im vergangenen Jahr rund 40 % der gefahrenen 75 Mrd. Tonnenkilometer mit Waggons ab, die aus verschiedenen Orten stammten und zu unterschiedlichen Zielen transportiert wurden. Die restlichen Tonnenkilometer fuhr sie mit Zügen, deren Waggons das gleiche Ziel haben, oder im Container-Transport in Verbindung mit Lastwagen oder Schiffen (kombinierter Verkehr).

Keine aufwendigen Transporte mehr

Im Einzelwagenverkehr würden die Waggons etwa 8 bis 10 Mal aus einem Zug herausgelöst und wieder in einen anderen Zug gesetzt, sagte der für Sanierungskonzept zuständige Bahnmanager Klaus Kremper. Dies koste wertvolle Zeit, und mögliche Verspätungen summierten sich zusätzlich. Kunden im Transportgeschäft reagierten aber sehr stark auf Verspätungen. Deshalb werde die Bahn den aufwendigen Transport einzelner oder weniger Waggons künftig kleineren Anbietern oder den Lastwagen-Spediteuren überlassen.

Nach Krempers Worten wird dadurch rund fünf Prozent des gesamten Umsatzes der DB Cargo zur Disposition gestellt, was etwa einem Prozent des gesamten Umsatzes im Güterfernverkehr entspreche. Da die Güter jedoch zumeist auf der Schiene blieben, ließe sich der Verlust für die Bahn auf einen Umsatzanteil von drei Prozent begrenzen. Malmström sagte: "Das Projekt ist das größte und einschneidendste, was Cargo je gemacht hat." Die Bahn könne die von Verkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) vorgegebene Steigerung des Anteils der Schiene am Güterverkehrs schaffen. Bodewig will diesen Anteil bis 2015 um neun Prozentpunkte auf 25 % im Vergleich zu 1999 steigern. Die Bahn müsste ihre Leistung dazu auf 148 Mrd. Tonnenkilometer nahezu verdoppeln.

Keine genauen Angaben über die Kosten des Programms

Über die Kosten des Programms könne die Bahn noch keine genauen Angaben machen, sagte Malmström. Auch die Zahl der bedrohten Arbeitsplätze hänge von den jetzt beginnenden Verhandlungen mit den Bahnkunden ab. Betroffen seien aber deutlich mehr als 100 Mitarbeiter. Auch die Gespräche mit den Gewerkschaften über das Konzept liefen noch. Spätestens zum Fahrplanwechsel im Januar 2002 wolle man die wegfallenden Güterverkehrsstellen nicht mehr anfahren. Bahnchef Hartmut Mehdorn drängt zur Eile: "Was mich sorgt ist, ob wir rechtzeitig fit genug sind, bevor uns der Wettbewerb erschlägt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%