Die Deutschen trinken weniger Bier
Henninger-Übernahme: Binding reduziert Beschäftigtenzahl

Die Konzentration der deutschen Brauwirtschaft hält angesichts sinkender Bierpreise und rückläufigem Konsum an. Deutschlands zweitgrößte Brauereigruppe Binding kündigte am Dienstag an, die Geschäfte der Henninger Brauerei vom 1. November an zu übernehmen.

dpa FRANKFURT/MAIN. "Der Hintergrund ist eher ernüchternd: Die Deutschen trinken weniger Bier", begründete der Chef der Binding-Gruppe, Ulrich Kallmeyer, die Übernahme in Frankfurt. Der Druck auf das Regionalmarken-Geschäft habe Binding zu dieser Konsolidierung veranlasst. Zur Höhe des Kaufpreises wollte Kallmeyer nichts sagen.

Der Mehrheit der 330 übernommenen Beschäftigten der Henninger Brauerei und auch Binding-Mitarbeitern droht die Entlassung. Für die angepeilten 500 000 Hektoliter Henninger-Bier mit einem Umsatz von 70 Mill. DM, die Binding im kommenden Jahr produzieren will, brauche der Konzern kaum zusätzliches Personal.

Bierabsatz bei Binding war im Jahr 2000 gesunken

Während Binding Traditionsmarken wie Henninger Export, Kaiser Pilsner und Henninger Radler sowie einige Maschinen übernimmt, überträgt Binding das Habereckl-Geschäft an die Henninger-Holding Actris AG. Henninger Marken wie Gerstel und Karamalz gehen an die Mannheimer Eichbaum AG. -Brauereien

Der im Binding-Konzern eingeleitete Restrukturierungsprozess werde sich durch die Übernahme verteuern, sagte Kallmeyer. Die Planung, unter 100 Mill. DM Kosten in diesem Jahr zu bleiben, sei nicht einzuhalten. Abhängig von Pensionärsrückstellungen und Sozialplänen bei Henninger komme ein zweistelliger Millionenbetrag hinzu.

2000 war der Bierabsatz von Binding um 1,3 % auf 10,9 Mill. Hektoliter zurückgegangen. Der Umsatz lag mit 1,73 Mrd. DM leicht unter dem Vorjahresniveau. Der Konzerngewinn nach Steuern brach dabei von 21 Mill. DM im Jahr 1999 auf nur noch 1,6 Mill. DM (820 000 ?) ein. Zugleich sank die Zahl der Beschäftigten im Konzern um 165 auf 3156.

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