Archiv
Die "Digitale Wirtschaft" als Innovationsmotor

Der Rausch des New Economy Booms ist definitiv verflogen, doch die damit verbundene Katerstimmung hält immer noch an. Kaum ein Wirtschaftssektor hat dabei so sehr unter der negativen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung des letzten Jahres zu leiden wie die Unternehmen der "Digitalen Wirtschaft". Dies wird sowohl verursacht durch eine Vertrauenskrise von Seiten der Gesellschaft als auch der Kapitalgeber in Kombination mit nachlassender Unterstützung durch die Politik. Daher haben sich Unternehmer der digitalen Wirtschaft unter der Federführung des Branchenverbandes DMMV zusammengetan und die Initiative "Stärkung der Digitalen Wirtschaft" gestartet. In einem Vier-Punkte-Plan werden konkrete Vorschläge an Vertreter der Politik gerichtet.

Der betroffene Wirtschaftszweig umfasst alle Unternehmen, welche die Digitalisierung der Gesamtwirtschaft in Deutschland vorantreiben, neben den Internet- und Multimedia-Dienstleistern sind dies die Softwareentwickler, Systemhäuser, Zugangsplattformen, Online-Dienste und Internet-Angebote. Nach der ohne Zweifel notwendigen Konsolidierung dieses Wirtschaftszweiges ist die Zeit gekommen, die Weichen für die Zukunft der "Digitalen Wirtschaft" zu stellen und die größten Hürden für eine weitere erfolgreiche Entwicklung dieses Wirtschaftszweiges in Deutschland aus dem Weg zu räumen.

Die Einführung digitaler Medien und Kommunikationskanäle seit Beginn der 90er Jahre hat eine Revolution ausgelöst, die inzwischen alle Teile des wirtschaftlichen Lebens erfasst und zu verändern begonnen hat. Bereits Ende des vergangenen Jahres verfügten mehr als 30 Millionen Bundesbürger über einen Zugang zum Netz der Netze und es waren über 55 Millionen Mobiltelefone im Umlauf: Ein immenser Endkonsumentenmarkt, der mit seinen interaktiven Möglichkeiten ein wichtiges Vertriebs- und Kommunikationspotenzial darstellt, dessen Wachstums- und Entwicklungsgrenzen heute noch nicht absehbar sind.

Gesamtwirtschaftlich noch bedeutender jedoch ist die Digitalisierung der Geschäftsprozesse in Unternehmen. Diese Digitalisierung der Gesamtwirtschaft spielt eine entscheide Rolle bei der globalen Wettbewerbsfähigkeit und ist damit zweifellos ein unumkehrbarer Prozess, der gerade erst begonnen hat. Nach einer Studie des Marktforschungsunternehmens Forrester Research wird alleine der europäische Online B-t-B Handel bis zum Jahre 2005 je nach Branche bis zu einem Drittel des Gesamtumsatzes ausmachen. Eines ist also sicher: An der Digitalisierung der Gesamtwirtschaft kommt unsere Gesellschaft über kurz oder lang nicht vorbei. Die zentrale Frage lautet: Wer wird die weitere Digitalisierung deutscher Unternehmen übernehmen und vorantreiben, diese aktiv gestalten und steuern und, nicht zuletzt, wer wird von ihr profitieren?

Gerade jetzt sind Politiker und der Gesetzgeber gefragt, die notwendigen ordnungspolitischen Rahmenbedingungen zu schaffen, so dass in Deutschland ansässige Unternehmen der digitalen Wirtschaft diese Rolle aktiv wahrnehmen und somit auch ihrer Rolle als Innovationsmotor für die Gesamtwirtschaft gerecht werden können. In Deutschland, dem zweitgrößten eCommerce-Markt weltweit, haben sich auch in diesem Industriesegment mittelständische Unternehmen entwickelt, die Innovationen bis zur Marktreife führen. Mittelfristig werden diese Firmen ihre Produkte auch verstärkt im Ausland verkaufen können, vorausgesetzt, sie können sich in ihrem Heimatmarkt gesund entwicklen.

In diesem Sinne haben sich Unternehmer der digitalen Wirtschaft unter der Federführung des Branchenverbandes DMMV zusammen geschlossen und die Initiative "Stärkung der Digitalen Wirtschaft" gegründet. In einem Vier-Punkte-Plan richtet man konkrete Vorschläge an Vertreter der Politik, deren Umsetzung eine spürbare Verbesserung der rechtlichen und gesetzlichen Grundlagen für die Digitale Wirtschaft bedeuten und notwendig sind, um diese weiter als Innovationsmotor wirken zu lassen.

Zentrale Forderung des Papiers ist ein effektiver Schutz digitaler Güter. Zum zweiten fordert der Verband die Flexibilisierung von Weiterbildung und Beschäftigung in besonderem Maße für eine Branche, deren Marktumfeld sich durch eine hohe Schnelllebigkeit und Entwicklung auszeichnet. Dritter Punkt des Plans ist die Einrichtung von sogenannten Founding-Agenturen, die maßgeblich zur Beschleunigung von Unternehmensgründungen in diesem Bereich beitragen. Abschließend schlägt der Branchenverband ein zentrales Beschaffungsmanagement in Form eines Ausschreibungs-Portales vor.

Der Autor ist Managing Partner die Argonauten Gmbh.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%