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Die Eckpunkte der Steuerreform

Die Eckpunkte der Steuerreform

Reuters BERLIN. Der Bundesrat hat am Freitag das im Vermittlungsausschuss nachgebesserte "Steuersenkungsgesetz" beschlossen. Zudem verabschiedet die Länderkammer einen Entschließungsantrag mehrere Länder, der die Reform ergänzen soll. Hier die Eckpunkte der Reform:



EINKOMMENSTEUER

Der Eingangssteuersatz sinkt zum 1. Januar 2001 von jetzt 22,9 auf 19,9 %, der Spitzensteuersatz von 51 auf 48,5 %. 2003 fallen die Sätze dann auf 17 beziehungsweise 47 % und 2005 auf 15 beziehungsweise 42 % (Entschließungsantrag). Bisher waren nur 43 % geplant. Der Spitzensteuersatz greift 2005 ab 102 000 (jetzt 115 000) Mark. Der Grundfreibetrag steigt von jetzt 13 499 Mark auf 14 093 Mark (2001) und weiter auf 14 500 Mark (2003) und 15 000 Mark (2005).

KÖRPERSCHAFTSTEUER

Die Körperschaftsteuer für Kapitalgesellschaften sinkt von 40 % für einbehaltene und 30 % für ausgeschüttete Gewinne auf einheitlich 25 %. Inklusive Gewerbesteuer und Solidarzuschlag entsteht eine Belastung von etwa 38 %.

DIVIDENDEN

Anteilseigner müssen nur noch die Hälfte der Ausschüttungen einer Kapitalgesellschaft bei der Einkommensteuer versteuern (Halbeinkünfteverfahren). Das Vollanrechnungsverfahren, bei dem die vom Unternehmen bereits gezahlte Körperschaftsteuer mit der Einkommensteuer beim Anteilseigner verrechnet wird, entfällt.

KURSGEWINNE

Liegt zwischen Kauf und Verkauf eines Wertpapiers mehr als ein Jahr, sind Kursgewinne weiterhin steuerfrei. Innerhalb der Spekulationsfrist müssen sie nur zur Hälfte versteuert werden. Zudem gilt ein Freibetrag von 1000 Mark.

ENTLASTUNGEN FÜR DEN MITTELSTAND

Die Belastung von Personengesellschaften mit der Gewerbesteuer wird durch eine pauschalierte Anrechnung auf die Einkommensteuer faktisch aufgehoben. Zudem bleibt die Sonder- und Ansparabschreibung entgegen den ursprünglichen Plänen weiter möglich. Auch der Mitunternehmererlass, der die Umstrukturierung von Personengesellschaften erleichtert, bleibt erhalten.

VERÄUSSERUNGSGEWINNE

- BEI KAPITALGESELLSCHAFTEN

Gewinne aus der Veräußerung von Beteiligungen deutscher

Kapitalgesellschaften an anderen in- und ausländischen

Kapitalgesellschaften sind künftig generell nach einer

Mindesthaltepflicht von einem Jahr steuerfrei. Die

Steuerfreiheit greift erst ab 2002.

- BEI PERSONENGESELLSCHAFTEN

Der Freibetrag für einen Unternehmer, der seinen Betrieb

aus Altersgründen verkauft, steigt von 60 000 auf 100 000

Mark.In dem Entschließungsantrag wird zudem gefordert,

den 1999 abgeschafften halben durchschnittlichen

Steuersatz bei Betriebsveräußerung oder - aufgabe für aus

dem Berufsleben scheidende Unternehmer wieder

einzuführen. Er gilt einmal im Leben.

- BEI PRIVATEN BETEILIGUNGEN

Wenn es sich um eine im Privatvermögen liegende

Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft handelt, muss der

Veräußerungsgewinn nur dann versteuert werden, wenn der

Anteil mindestens ein Prozent beträgt.

LOHNSTEUERTABELLEN

Die gesetzlichen Steuertabellen werden abgeschafft. Auch die bisher bestehenden Tarifstufen entfallen bis 2003 schrittweise.

ZUGRIFF DER STEUERVERWALTUNG AUF BUCHFÜHRUNG DER UNTERNEHMEN

Betriebsprüfer erhalten ab 2002 den Zugriff auf die elektronische Buchführung der Unternehmen.

GEGENFINANZIERUNG

Die Reform wird vor allem durch schärfere Bedingungen bei Abschreibungen finanziert. So sinkt die degressive Abschreibung für bewegliche Wirtschaftsgüter von 30 auf 20 %. Die lineare Abschreibung für Gebäude im Betriebsvermögen wird von vier auf drei Prozent reduziert. Zudem werden in den amtlichen Abschreibungstabellen längere Nutzungszeiten festgelegt.

STEUERENTLASTUNG

Bürger und Unternehmen werden in der Endstufe ab 2005 um etwa 50 Mrd. DM jährlich entlastet. Wird der Entschließungsantrag umgesetzt, erhöht sich das Volumen auf rund 60 Mrd. DM.

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