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Die Eckpunkte der Steuerreform

Die Steuerreform greift in drei Stufen. Die Bundesregierung gibt das Entlastungsvolumen mit mehr als 70 Milliarden Mark (35,8 Mrd. Euro) an. Bezugsgröße ist 1998. Der erste Schritt trat am 1. Januar dieses Jahres in Kraft. Er kostet den Staat laut Finanzministerium 45 Milliarden Mark (23 Mrd. Euro). Weitere Stufen sind für 2003 und 2005 vorgesehen.

AP BERLIN. Die Eckpunkte der Steuerreform:

EINKOMMENSTEUER: Der Eingangssatz von ursprünglich 25,9 Prozent (1998) fiel 2001 auf 19,9 Prozent. 2003 soll er bei 17, 2005 bei 15 Prozent liegen. Der Spitzensteuersatz wird bis dahin stufenweise von einst 53 Prozent über 51 und 48,5 auf 42 Prozent zurückgefahren. Er soll dann bei Ledigen ab 102.000 und Verheirateten ab 204.000 Mark zu versteuerndem Jahreseinkommen greifen. Der Grundfreibetrag - also der Teil des Einkommens, der nicht besteuert wird - steigt von gut 12.300 (1998) auf etwa 15.000 Mark (2005).

KAPITALGESELLSCHAFTEN: Die unterschiedlichen Sätze der Körperschaftsteuer für einbehaltene Gewinne (30 Prozent) und ausgeschüttete Gewinne (40 Prozent) wurden durch einen einheitlichen Satz von 25 Prozent ersetzt. Inklusive Gewerbesteuer (rund 13) und Solidaritätszuschlag (ein Prozent) liegt die Gesamtsteuerlast der Kapitalgesellschaften künftig bei etwa 39 Prozent.

Veräußerungsgewinne von Beteiligungen an anderen Kapitalgesellschaften sind ab 2002 steuerfrei, wenn sie mindestens ein Jahr gehalten worden sind.

PERSONENGESELLSCHAFTEN: Die Steuerlast der Betriebseigener sinkt einerseits durch die niedrigeren Sätze bei der Einkommensteuer. Andererseits können sie seit In-Kraft-Treten der Reform die Gewerbesteuer stärker mit der Einkommensteuer verrechnen als bisher. Personenunternehmen dürfen ab 2002 Firmenbeteiligungen steuerfrei veräußern, wenn die Einnahmen innerhalb der nächsten zwei Jahre in Investitionen fließen.

GEGENFINANZIERUNG: Um die Kosten zu begrenzen, wurden vor allem Abschreibungsmöglichkeiten für Firmen eingeschränkt. Die Regierung hatte auch auf konjunkturbedingte Steuermehreinnahmen und einen stärkeren Rückgang der Arbeitslosigkeit gehofft, was zu mehr Einnahmen des Fiskus geführt hätte.

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