Die Einbußen sollen eine Folge der Terroranschläge auf den Werbemarkt sein
Pro Sieben Sat.1 senkt Ergebnisprognose

Die TV-Senderfamilie Pro Sieben Sat.1 Media AG hat ihre Prognosen für 2001 nach den Anschlägen in den USA nach unten korrigiert und geht nun von einem Gewinneinbruch vor Steuern von 30 % aus.

Reuters MÜNCHEN. "Insbesondere die großen, traditionsreichen Unternehmen aus den USA sowie Werbekunden aus den Bereichen Banken, Versicherungen, Tourismus und Luftfahrt haben ihre Buchungen seit den Anschlägen storniert oder deutlich reduziert", erläuterte Vorstandschef Urs Rohner am Freitag. Daher rechne Pro Sieben Sat.1 für 2001 mit einem Umsatzrückgang von vier Prozent. Der Jahresüberschuss werde zehn Prozent, das Ergebnis vor Steuern um 30 % niedriger ausfallen als im Vorjahr. Anfang August war Rohner noch von einem stagnierenden Vorsteuergewinn ausgegangen.

Die im MDax notierten Vorzugsaktien von ProSiebenSat.1 fielen am Freitag im frühen Handel um mehr als neun Prozent auf 5,90 Euro. Die Schwäche des Werbemarktes und die Pläne für eine Verschmelzung mit der Muttergesellschaft Kirch Media hatten bereits in den vergangenen Wochen zu erheblichen Kurseinbußen geführt. Seit Anfang des Jahres haben die Pro Sieben-Aktien mehr als 80 % ihres Wertes verloren.

Angesichts der abgekühlten Konjunktur in Deutschland rechne er nicht damit, dass sich der Fernsehwerbemarkt von den Auswirkungen der Attentate auf das World Trade Center und das US-Verteidigungsministerium vom 11. September bis zum Jahresende erholen werde, erklärte Rohner. Insgesamt erwarte Pro Sieben Sat.1, Deutschlands umsatzstärkster Fernsehkonzern, dass der deutsche TV-Werbemarkt 2001 um fünf bis sechs Prozent schrumpfen werde. Bisher war Pro Sieben Sat.1 von einem Rückgang des Marktes um zwei bis drei Prozent ausgegangen. "Für die Pro Sieben Sat.1-Gruppe sehen wir es jetzt als unsere wichtigste Aufgabe an, die Kosten weiterhin streng zu kontrollieren und zugleich unsere Marktposition kontinuierlich aufzubauen", sagte der Vorstandschef.

Die Familie der TV-Sender Pro Sieben, Sat.1, N24 und Kabel1 erzielt rund 98 % ihrer Umsatzerlöse aus der Fernsehwerbung. Im vergangenen Jahr hatte die Gruppe einen Umsatz von rund 2,2 Mrd. Euro und ein Ergebnis vor Steuern von 205 Mill. Euro erzielt. Für das laufende Jahr rechne der Konzern außerdem mit einem Rückgang beim Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 20 % gegenüber dem Vorjahresniveau von 245 Mill. Euro, hieß es in der Mitteilung. Prognosen für das kommende Jahr will Pro Sieben erst am Jahresende vorlegen.

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