Die Eisschnellläuferin dachte schon über Rücktritt nach – nun plant sie für Turin 2006
Garbrecht-Enfeldt startet mit zwei Meistertiteln in die Saison

Die Eisschnellläuferin dachte schon über Rücktritt nach – nun plant sie für Turin 2006.

BERLIN. Zum Abschluss der deutschen Eisschnelllauf-Meisterschaften hat eine Facharbeiterin gewonnen. Über die 1000-Meter-Strecke wollten am Sonntag in Berlin alle guten Läuferinnen starten, ganz gleich, ob sie diese Distanz mögen oder nicht. Doch den Meistertitel gewann die größte Spezialistin von ihnen, die Berlinerin Monique Garbrecht-Enfeldt vor der Erfurterin Sabine Völker. Völker hatte auf dieser Strecke 2002 in Salt Lake City die olympische Silbermedaille gewonnen.

Wenn es schnell gehen sollte in Berlin, war Garbrecht-Enfeldt nicht zu besiegen. Am Freitag hatte sie schon den Titel über 500 Meter gewonnen. "Endlich wieder ein guter Start", sagte sie. Der Saisonbeginn war für sie besonders wichtig, weil sie noch vor ein paar Monaten ziemlich durcheinander war. Die 35-Jährige wusste nicht, ob sie weiterlaufen soll, wo sie sich auf ihre Wettkämpfe vorbereiten wird und wer ihr neuer Trainer werden soll. Nach einigen Gesprächen mit ihrem Mann und einigen Trainern hat sie dann eine Entscheidung getroffen: Sie unternimmt einen letzten olympischen Anlauf bis Turin 2006, und sie kehrt aus Salt Lake City zurück in ihre Heimat Berlin und zu ihrem früheren Trainer Thomas Schubert.

Aus Salt Lake City hat sie sich verabschiedet, weil ihr die Welt zu weit geworden ist. Ihr Mann Magnus Enfeldt, ein ehemaliger schwedischer Eisschnellläufer, ist zuständig für die Organisation der EisschnelllaufWettbewerbe 2006 in Turin. "Das Dreieck Salt Lake City - Berlin - Turin war mir zu groß", sagt sie, "entweder wäre ich privat auf der Strecke geblieben oder beruflich." Nach dem ersten Wettkampf der Saison scheint es, als habe sie die richtigen Entscheidungen getroffen.

In Berlin haben sich außer ihr auch die anderen Spezialistinnen durchgesetzt. Anni Friesinger gewann auf ihrer Lieblingsstrecke 1500 Meter, Claudia Pechstein siegte über 3000 Meter. Das garantierte Harmonie. Friesinger und Pechstein, die sich lange Zeit nicht vertragen wollten, müssen jetzt ohnehin gut miteinander auskommen. Denn vom nächsten Wochenende an gibt es beim Weltcup eine Mannschaftsverfolgung, 2006 wird sie sogar olympisch sein. "Das Entscheidende wird sein, dass man sich blind versteht. Beim Wechsel kann man eine halbe Sekunde verlieren, aber auch bis zu einer halben Sekunde gewinnen", sagte Günter Schumacher, der Sportdirektor der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft. Ein gemeinsames Ziel wird die gegenseitige Abneigung von Friesinger und Pechstein vielleicht etwas mildern.

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