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Die Erben schützen

Wer sein Vermögen schon zu Lebzeiten richtig strukturiert, kann Steuern sparen. Immobilien eröffnen mehr Spielräume als Aktien, auch beim Verschenken.

20.04.2001. DÜSSELDORF. Die Übergabe fand meist im Hinausgehen statt: "Hier nimm und kauf Dir was Schönes", raunte Oma und schon war der Hundert-Mark-Schein in der Jackentasche des Enkels verschwunden. Auch das ist eine Möglichkeit, Vermögen schon zu Lebzeiten an Verwandte zu übertragen. Dabei könnte Oma insgesamt sogar 100 000 DM steuerfrei an ihren Enkel vererben - oder verschenken. Das Schöne am Schenken ist, dass der Freibetrag alle zehn Jahre aufs Neue ausgenutzt werden kann.

Gerade bei Immobilienvermögen kann es sich lohnen, schon zu Lebzeiten zu schenken, da sich die steuerlichen Rahmenbedingungen in Zukunft verschlechtern könnten. Zuletzt hatte es eine Welle von Immobilienschenkungen gegeben, als 1996 bei der Bewertung vom Einheits- zum Verkehrswert übergegangen wurde.

>>Wie Erbschaften besteuert werden

Wer sich spendabel zeigen will, sollte sich allerdings bewusst sein, dass er mit der Schenkung endgültig die Verfügungsgewalt über sein Vermögen verliert. Denn Schenkungen sollten unwiderruflichen Charakter haben. "Werden Schenkungsverträge - insbesondere solche unter nahen Verwandten - mit Rückfallklauseln oder Auflagen überfrachtet, besteht die Gefahr, dass das Finanzamt die Schenkung steuerlich nicht anerkennt", warnt Norbert Hannagarth, Abteilungsleiter Erb- und Stiftungsangelegenheiten bei der Dresdner Bank. Die Schenkung könnte dann zwar zivilrechtlich wirksam, aber steuerlich unwirksam sein. Das bedeutet: Steuern müssten nachgezahlt werden.

Der so genannte "Vorbehaltsnießbrauch" eröffnet die Möglichkeit, sein Haus nicht ganz ohne Auflagen an die nächste Generation weiter zu geben. Beispiel: Die Mutter schenkt ihrer Tochter ein Haus, lässt sich aber ein lebenslanges Nießbrauchrecht einräumen. Das hätte sogar noch einen positiven steuerlichen Nebeneffekt: Die Schenkungssteuer berechnet sich zwar aus dem steuerlichen Wert des Grundstücks ohne Kürzung um die Nießbrauchslast (§ 25 Absatz 1 Erbschaftsteuer-Gesetz - ErbStG). Soweit die Steuer allerdings auf den Kapitalwert (höchstens 1/18 des neuen Grundbesitzwertes) des Nießbrauchrechts entfällt, wird sie bis zum Erlöschen dieses Rechts - also meist bis zum Tod des Berechtigten - zinslos gestundet.

Wie auch immer die Rahmenbedingungen der Schenkung aussehen: Wer sich gegenüber pflichtteilberechtigten Verwandten spendabel zeigt, kann sich den verschenkten Betrag auf den im Erbfall relevanten Pflichtteil anrechnen lassen. "Das sollte bei Vollzug der Schenkung schriftlich fixiert werden", rät Hannagarth.


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