Die Eröffnung der Wall Street war eine Katastrophe für die deutsche Börse
Dax Schluss: Wall Street und Inflationsangst belasten

Schwache Vorgaben der US-Börsen und der starke Anstieg der amerikanischen Verbraucherpreise haben am deutschen Aktienmarkt am Mittwoch für Kursverluste gesorgt.

dpa-afx FRANKFURT. Das Börsenbarometer DAX schloss um 0,75 % leichter bei 6 483,00 Punkten. Die Marke von 6 200 Punkten im DAX dürfte als wichtige Unterstützungslinie in den kommenden Tagen allerdings nicht durchbrochen werden, erklärte ein Börsianer.

Der Neue Markt Index Nemax 50 büßte 1,81 $ auf 4 252,04 Zähler ein. Während der Sitzung rutschte das Barometer kurzfristig unter die Marke von 4 000-Punkten. Die im MDax zusammengefassten mittelgroßen Werte verloren 0,48 %auf 4 774,62 Zähler.

"Die Wall-Street-Eröffnung war eine Katastrophe für die deutschen Aktien", erklärte ein Börsianer. Anleger wanderten von risikoreichen Titeln in defensive Werte wie Chemie- und Versicherungsaktien ab. Zudem kletterten die US-Verbraucherpreise gegenüber dem Vormonat um 0,5 %. Der unerwartet starke Anstieg nähre Befürchtungen, dass die amerikanischen Währungshüter am 15. November die US-Leitzinsen erneut anheben könnten.

In den USA hatten die Börsen am Nachmittag mit teils erheblichen Kursabschlägen eröffnet. Der technologieorientierte Nasdaq Composite verlor gegen 20.20 Uhr 0,10 % auf 3 210,73 Punkte. Der Industriewerte-Index Dow Jones notierte um die 10 000-Punkte-Marke um 1,22 % bei 9 967,62 Zählern leichter.

SAP-Aktien verloren im Vorfeld der für Donnerstag anstehenden Geschäftszahlen um 0,12 % auf 243,40 Euro. Die Unsicherheit des US-Geschäftes sowie die schlechten Vorgaben der US-Märkte und das negative Sentiment für Technologietitel belasteten, erklärte Analyst Martin Kohlhase von der Helaba Trust. Dies erzeuge eine schlechte Stimmung für SAP. Kohlhase erwartet, dass SAP im dritten Quartal eine Umsatzsteigerung von 30% auf insgesamt 1,4 bis 1,5 Mrd. Euro und einen Konzernüberschuss von 100 Mio. Euro ausweisen werde. "Die Ergebnisse dürften voll den Erwartungen der Analysten entsprechen. Interessant wird der Ausblick." Für Donnerstag prognostiziert der Experte, dass SAP sehr umsatzstark sein werde und auch deutlich fester in den neuen Handelstag starte.

Bankenaktien fuhren nach Vorlage der Quartalszahlen der amerikanischen Chase Manhattan-Bank Kursverluste ein. Deutsche Bank büßten 3,01 % auf 85,42 Euro ein, Commerzbank fielen um 3,34 % auf 30,08 Euro, während die Aktien der Dresdner Bank auf 43,80 Euro um 1,02 % schwächer tendierten. Dagegen stemmten sich die Papiere von Allianz mit einem Plus von 1,75 % auf 366,45 Euro gegen den Abwärtstrend bei den Finanztiteln.

Die Aktien der Leverkusener Bayer AG verbesserten sich um 1,26 % auf 45,92 Euro. "Der Titel profitierte von der Meldung, die Bayer-Tochter H.C. Starck möchte die amerikanische Unternehmensgruppe CSM kaufen", erklärte eine Düsseldorfer Aktienhändlerin. Das US-Unternehmen stellt Molybdän- und Wolfram-Halbzeuge sowie Produkte aus Legierungen anderer Sondermetalle her. Bereits am Montag hatten Bayer eine Kooperation mit dem am Neuen Markt notierten Bio-IT-Unternehmen LION Bioscience. 182034 Okt 00

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