Die erste Saisonniederlage sorgt vor dem Spiel gegen Bremen für Ernüchterung
Nach zu viel Eigenlob fürchtet Stuttgart eine Krise

Nach dem 5:1-Sieg im Uefa-Pokal beim belgischen Klub Beveren sei der VfB Stuttgart bejubelt worden, als habe er sich "für das Finale der Champions League qualifiziert" spöttelte die "Stuttgarter Zeitung".

STUTTGART. Auf der Geschäftsstelle habe die Führungsriege nur darüber gejammert, dass das Spiel nicht im Fernsehen übertragen wurde. Und es sei allenfalls über die Höhe des Sieges in Freiburg spekuliert worden. Doch es kam ganz anders. Der VfB verlor am Sonntagabend 0:2 und steckte am neunten Spieltag die erste Niederlage in dieser Bundesligasaison ein. Seither wird aufgeregt diskutiert. Haben sich die Macher in Schwaben selbst schwindelig gelobt und dabei den Blick für die Realität verloren?

Plötzlich rückt die Erkenntnis in den Fokus der Öffentlichkeit, der Klub stehe an einem kritischen Punkt. Englische Woche mit Uefa-Cup, Gegner wie Bremen und Schalke in der Bundesliga, die Bayern im DFB-Pokal - Stuttgart schien Siege abonniert zu haben und könnte plötzlich ein wichtiges Spiel nach dem anderen verlieren, ohne dass irgendjemand darauf vorbereitet ist. Die Adrenalinschübe im Umfeld sind wohl nicht ganz an der Mannschaft vorbei gegangen, die ernüchtert feststellte, "das Spiel im Kopf verloren" zu haben (Timo Hildebrand). Trainer Sammer machte der Mannschaft keinen Vorwurf, "manchmal laufen in den Köpfen der Spieler Dinge ab, die man als Trainer nicht steuern kann".

In jedem Spiel müsse der kleine entscheidende Vorteil aufs Neue erstritten werden, sagt Sammer, dessen Feldzug gegen Selbstgefälligkeit vielleicht gerade rechtzeitig vor dem Duell gegen Bremen neue Nahrung bekam. Heute können die Stuttgarter zeigen, ob die Niederlage in Freiburg nur ein Ausrutscher war.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%