Die EU- Kommission kann noch eine vertiefende, bis zu vier Monate lange Prüfung anordnen
Vivendi machte Brüssel Zugeständnisse wegen Seagram-Fusion

dpa PARIS. Mit Zugeständnissen im Musik- und Filmbereich versucht der französische Vivendi-Konzern, den Wettbewerbshütern in Brüssel die milliardenschwere Medienfusion mit der Seagram-Gruppe schmackhaft zu machen. "Es gibt zwei freiwillige Verpflichtungen, die auf einige sich möglicherweise stellende Fragen antworten könnten. Es ist nicht einmal sicher, ob die Kommission sie in diesem Stadium für nötig erachtet", sagte Vivendi-Chef Jean-Marie Messier der französischen Wirtschaftszeitung "La Tribune" (Montagausgabe).

Der EU-Kommission schlägt Messier demnach vor, im Musikbereich nicht exklusiv auf Vivendis Internet-Portal Vizzavi zu setzen. Die künftige Gruppe Vivendi Universal will etwa auch anderen Anbietern erlauben, die Musik von Universal Music über ihre Portale anzubieten. "Die heutige Verpflichtung besteht darin, dass Universal Music keine Diskriminierung zu Gunsten von Vizzavi betreiben wird, und es keine Exklusivität für die Belieferung von Universal Music über Vizzavi geben wird", erklärte Messier, der allerdings eine zeitlich begrenzte Exklusivität nicht ausschließen wollte.

Im Filmbereich, wo Vivendi Hauptaktionär der TV- und Filmgruppe Canal Plus ist, will Messier auf dem französischen und spanischen Markt die Filmangebote der Universal-Studios dem freien Wettbewerb überlassen. Bis zum 13. Oktober soll die Entscheidung fallen. Die EU- Kommission hat noch die Möglichkeit, eine vertiefende, bis zu vier Monate lange Prüfung anzuordnen. Auch Time Warner hat bei seiner Medienfusion mit der EMI-Gruppe Zugeständnisse gemacht.

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