Die EU muss ihre Emissionen um 8% reduzieren
Deutsche Börse plant Handel mit CO2-Lizenzen

dpa-AFX BERLIN. Die Deutsche Börse plant nach Informationen der "Berliner Zeitung", in den Handel mit CO2-Lizenzen einzusteigen. Anfang August wollen sich demnach Experten von Bundesregierung, Unternehmen und Umweltverbänden in Frankfurt treffen, um über den Start des Kohlendioxid-Handels zu beraten. Die Deutsche Bank unterstütze das Projekt bereits, sagte der Projektleiter der Deutschen Börse. Zu den Interessenten zählten auch die Mineralölfirmen Shell und BP sowie große Stromversorger.

Durch den Handel von Zertifikaten ließen sich konkrete CO2-Ziele zu geringstmöglichen Kosten für die Wirtschaft erreichen. Der Handel könnte sicherstellen, dass die Wirtschaft ihre Selbstverpflichtungen zum Klimaschutz gegenüber dem Staat erfüllt. Ein Anreiz für Firmen, an dem Projekt teilzunehmen, könnten Nachlässe von der Ökosteuer sein. Am Dienstag hatte der Grünen-Umweltexperte Reinhard Loske sich als erster Koalitionspolitiker für solche Nachlässse ausgesprochen.

Der Emissionshandel ist bereits in dem 1997 vereinbarten Klimaschutzabkommen von Kyoto vorgesehen. Dieses schreibt vor, dass knapp 40 Industriestaaten ihre Treibgas-Emissionen im Zeitraum von 2008 bis 2012 verbindlich begrenzen. Im Mittel wurden Minderungen gegenüber dem Stand von 1990 um gut 5% vereinbart. Die Europäische Union muss ihre Emissionen um 8%, Deutschland sogar um 21% reduzieren. Die EU-Kommission hatte vorgeschlagen, den Emissionshandel europaweit ab 2005 zur Umsetzung der EU-Verpflichtung aus dem Kyoto-Protokoll einzuführen.

Als erstes deutsches Energieunternehmen hatten die Hamburgischen Elektrizitätswerke (HEW) im Juni so genannte Verschmutzungsrechte an eine Firma in Kanada verkauft. Diese konnte daraufhin die eingesparten Emissionen des deutschen Unternehmens mit dem eigenen Schadstoffausstoß verrechnen.

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