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Die europäischen Überflieger

Auch wenn die Amerikaner den Master of Business Administration (MBA) erfunden haben - mittlerweile bieten gut zwei Dutzend europäische Schulen echte Alternativen. Handelsblatt zeigt Ihnen, wo Sie auf dem Kontinent Karriere machen.

SPANIEN IE: Instituto de Empresa (IE) Als jüngste der drei großen spanischen Business Schools ist das in Madrid ansässige Instituto de Empresa (IE) auch die ungewöhnlichste. Anders als IESE (Opus Dei) und ESADE (Jesuiten) ist das Instituto de Empresa weder einer Universität angegliedert noch steht es unter dem Einfluss einer religiösen Organisation. IE gilt als besonders unternehmensnah und unterhält gute Kontakte nach Lateinamerika. (www.ie.edu)

IESE Der gute Draht nach Übersee wird auch dem in Barcelona beheimateten Instituto de Estudios Superiores de la Empresa (IESE) nachgesagt. Die Schule ist der Universität von Navarra angegliedert und untersteht dem Opus Dei. Unterrichtet wird in den beiden wichtigsten Geschäftssprachen der Welt: Englisch und Spanisch. Das Instituto gehört zu den drei führenden Schulen in Spanien. (www.iese.edu)

ESADE Ebenfalls in Barcelona ansässig ist die Escuela Superior de Administracion y Direccion de Empresas (ESADE). Katalanische Geschäftsleute und Jesuiten gründeten sie 1958. Bis heute hält sie engen Kontakt zu den Unternehmen von Spaniens wirtschaftlich wichtigster Region. Auch sie pflegt enge Verbindungen nach Lateinamerika. (www.esade.es)

University of Chicago in Barcelona Ähnlich wie die Fuqua School der Duke University mit ihrer Niederlassung in Frankfurt hat auch die University of Chicago Graduate School of Business, eine der Top-US-Business Schools, nach einem eigenen Standbein in Europa gesucht. Sie entschied sich für Barcelona, wo seit 1994 das gleiche Executive-MBA-Programm (mit US-Diplom) angeboten wird wie in Chicago. gsb.uchicago.edu

FRANKREICH HEC Die École des Hautes Études Commerciales (HEC), eine Elitehochschule ("grande école") mit hochselektivem Aufnahmeverfahren, ist Frankreichs führende Wirtschaftshochschule. Die von der Pariser Industrie- und Handelskammer finanzierte Campusuniversität in Jouy-en-Josas, etwa zwanzig Kilometer außerhalb von Paris gelegen, hat in den letzten Jahren auch beständig in Forschung und Internationalisierung investiert. Mit ihrem MBA-Programm (HEC MBA ) versucht HEC auch international konkurrenzfähig zu sein. (www.hec.fr)

ESSEC Paris Business School Die in Cergy-Pontoise, einem Vorort der Hauptstadt Paris, angesiedelte Ecole Supérieure des Sciences Economiques et Commerciales (ESSEC) konkurriert traditionell mit HEC um den Ruf der besten französischen Elitehochschule für Wirtschaft. Das zweijährige MBA-Programm ist eines der wenigen in Europa, das keine Berufserfahrung voraussetzt, da ein wichtiger Teil in Unternehmen absolviert wird. Dementsprechend sind die Teilnehmer vergleichsweise sehr jung. Neben dem zweijährigen MBA-Programm bietet ESSEC auch eine Reihe angesehener Spezialisierungsprogramme (International Luxury Brand Management, International Agri-Food-Management, International Hospitality Management) an. (www.essec.com)

IEP (MBA Sciences Po) Das Institut d?Études Politiques de Paris (landläufig bekannt als Sciences-Po) ist in Frankreich das Sprungbrett zur Macht. Fast alle französischen Staatspräsidenten, Minister, die meisten führenden Ministerialbeamten und auch zahlreiche Wirtschaftsführer sind Absolventen des Diplomstudiengangs. Seit wenigen Jahren bietet das IEP zusätzlich ein MBA-Programm an, das vom Prestige und den Ressourcen der "Kaderschmiede" zehrt. Im Vergleich zu anderen französischen Schulen (HEC, ESSEC etc.) und vor allem internationalen MBA-Programmen muss es noch beweisen, dass es in der ersten Liga mitspielt. (www.sciences-po.fr)

ESCP-EAP Die ESCP-EAP ist die einzige europäische Business School, die mit Paris, Oxford, Madrid und Berlin an gleich vier Standorten vertreten ist. 1999 schloss sich die alteingesessene Ecole Supérieure de Commerce de Paris (gegr. 1819) mit der Ecole Européenne des Affaires zusammen. Die Fusion führte zunächst zu einigen internen Schwierigkeiten. Diese Phase scheint heute jedoch wieder überwunden zu sein. Der Vollzeit "International MBA" (Unterrichtssprache Englisch) wird nur in Paris angeboten, der Executive MBA sowohl in Paris als auch in Madrid. In Berlin gibt es ein zweijähriges "Multinational MBA"-Programm mit Schwerpunkt Mittel- und Osteuropa. (www.escp-eap.net)

INSEAD Fontainebleau, 80 Kilometer südlich von Paris gelegen, mag für die Geschichte Frankreichs ein wichtiger Ort sein. Doch das hier angesiedelte Insead, das 1957 gegründete Institut Européen d?Administration des Affaires, ist nur noch dem Namen nach französisch. In Wirklichkeit ist Insead eine der internationalsten Business Schools in Europa. Das drückt sich auch in der jüngst geschaffenen Möglichkeit aus, das MBA-Studium sowohl in Fontainebleau als auch auf dem Insead Asian Campus in Singapur zu absolvieren. In Europa gehört Insead zu den drei führenden Business Schools. (www.insead.fr)

NIEDERLANDE Rotterdam School of Management Neben IMD und Insead ist die Rotterdam School of Management (RSM) Teil der prestigereichen Erasmus Universität. Sie gilt europaweit als die internationalste Business School, was die Zusammensetzung des Lehrkörpers und der Studentenschaft betrifft. Ihr MBA-Programm hat den Ruf, eines der fünf besten in Europa zu sein. RSM bietet auch einen kombinierten MBA/MBI (management of information technology) sowie einen Executive MBA (OneMBA) in Kooperation mit vier anderen Business Schools an. (www.rsm.nl)

NIMBAS Die in der niederländischen Universitätsstadt Utrecht ansässige, 1988 gegründete NIMBAS Graduate School of Management ist der kontinentaleuropäische "Ableger" des University of Bradford Management Centre, das auch das MBA-Diplom verleiht. Viele der NIMBAS-Dozenten und-Professoren kommen auch von der britischen Universität. Mit nur ca. 50 Teilnehmern ist das MBA-Programm sehr klein, fast intim, von der Zusammensetzung her internationaler als das in Bradford selbst. (www.nimbas.com)

ITALIEN Bocconi SDA "La Bocconi" ist Italiens führende Wirtschaftshochschule. Ihre 1971 gegründete Scuola di Direzione Aziendale (SDA) ist die einzige italienische Business School von internationaler Bedeutung. Angesiedelt im Zentrum der Wirtschaftsmetropole Mailand, ist die SDA die ideale Lösung für jeden, der eine internationale Business School mit italienischem Flair sucht bzw. ein Sprungbrett für eine berufliche Karriere in Italien. (www.sda.uni-bocconi.it)

SCHWEIZ IMD Unter den führenden europäischen Business Schools nimmt das im westschweizer Lausanne beheimatete International Institute for Management Development (IMD) eine Sonderstellung ein. Die Hauptaktivität des Instituts liegt bei hochkarätigen Fortbildungsprogrammen für (Top-)Manager. In das hochintensive MBA-Programm hingegen werden jährlich nur 80 Teilnehmer aufgenommen. Es gehört zu den drei besten in Europa. www.imd.ch.

Quelle: Handelsblatt

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