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Die Fahnen wehen für die Republikaner

In dem US-Wahlmarathon sieht es nun so aus, als könnte der republikanische Kandidat George W. Bush doch schneller gewinnen als erwartet. Ein Berufungsgericht in Florida hat jetzt in Florida die Nachzählungen per Hand als ungültig erklärt.

Demnach wird der Termin eingehalten, den Floridas Innenministerin Katherine Harris für den vergangenen Dienstag angesetzt hatte. Alle Stimmen, die später eingetroffen sind, werden nicht mehr berücksichtigt. Das offizielle Wahlergebnis soll Morgen bekannt gegeben werden, denn dann sind auch die Briefwahlstimmen ausgezählt. Nach augenblicklichen Berechnungen führt Bush mit ungefähr 300 Stimmen. Da die Briefwähler erfahrungsgemäß für die Republikaner stimmen, hat Al Gore schlechte Karten. Die Demokraten haben angekündigt, Al Gore würde Einspruch gegen die Entscheidung erheben.



Doch obwohl noch nichts entgültig entschieden ist, rechnen Investoren an der Wall Street am Freitag fest mit George W. Bush. Der Pharma- und der Gesundheitsbereich gehören am Mittag zu den stärksten Sektoren. Pharmawerte wie Schering, Pharmacia und Pfizer legen an Wert zu. Die Werte könnten von einer Bush-Präsidentschaft profitieren. Das Kabinett von Al Gore hatte im Wahlkampf angekündigt, die Preise für Medikamente zu senken. Unter Bush wären Pharmakonzerne dem Preisdiktat nicht ausgesetzt. Technologiewerte tendieren dagegen schwach. Al Gore gilt als Förderer von Wachstumsunternehmen.



Für die wichtigsten US-Indizes geht es bergab. Vor allem die Aktien der Telefongesellschaften geraten unter Druck, nachdem BellSouth die Gewinnerwartungen für das kommende Jahr senkte. Verizon und SBC Communications verlieren ebenfalls an Wert.



Doch auch die Zulieferindustrie leidet. Broadcom und andere Hersteller von Kommunikationsequipment und-komponenten geraten ins Straucheln. Die Sorge, dass Telefongesellschaften Ausgaben kürzen und Investitionen zurückstellen könnten, belastet den Sektor. Auch PMC Sierra und Applied Micro Curcuits verlieren Punkte.



Für DaimlerChrysler geht es weiter in die Verlustzone. Nach Analystenabstufungen und der Gewinnwarnung für das vierte Quartal notiert die Aktie am Freitag auf einem neuen 52-Wochentief. Das Personalkarussell kommt nun in Fahrt. Wie bereits erwartet wird James Holden, der 18 Jahre für Chrysler tätig war durch Dieter Zetsche ersetzt. Außerdem wurde bei Chrysler die neue Stelle des Chief Operating Officer geschaffen. Diesen Posten wird Wolfgang Bernhard, der bereits 40 Jahre für Daimler tätig übernehmen. Die neuen Pläne, die Daimler mit Chrysler hat werden voraussichtlich zu Beginn des ersten Quartals 2001 veröffentlicht.



Vor Börsenöffnung in New Yorker kursierte zudem das Gerücht, dass der Vorstand plant, wenigstens einen Teil von Chrysler wieder abzustoßen. Die Chancen, diese Pläne auch in die Tat umzusetzen stehen jedoch schlecht. Eine Möglichkeit wäre, einen großen Teil der Chrysler-Sparte als separate Aktie an die US-Börse zu bringen, um US-Anleger zurück zu gewinnen. Nachdem Chrysler nach der Fusion nicht mehr im S&P 500 gelistet wurde, verkauften viele nordamerikanische Anleger das Papier.

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