Die Fehlbombardements der USA
Bomben auf Wohngebiete und die Nordallianz

Die Militäraktion in Afghanistan verläuft nach Darstellung der US-Regierung erfolgreich. Doch von Anfang an waren die Angriffe auch von schweren Fehlschlägen begleitet.

afp WASHINGTON. Nicht nur die gegnerische Armee und Regierung wurden getroffen, sondern auch Zivilisten. Am Montag bombardierten die USA zudem offenbar versehentlich Stellungen der potenziellen Verbündeten, der gegen das Taliban-Regime kämpfenden Nordallianz. Im Folgenden ein Überblick über die bisherigen Fehlbombardements:

9. Oktober: Zwei Tage nach Beginn der Luftangriffe beschießen die USA versehentlich das Büro einer UN-Partnerorganisation nahe Kabul. Vier afghanische Zivilisten, die dort als Wächter arbeiteten, werden getötet. Die Organisation ist in einem Projekt zur Minenräumung engagiert.

11. Oktober: Die USA bombardieren das Dorf Kadam westlich von Dschalalabad. Nach Angaben der Taliban kommen 200 Menschen ums Leben, vor allem Frauen, Kinder und ältere Menschen. Bei einem von der Taliban organisierten Besuch ausländischer Journalisten einige Tage danach bestätigen aufgebrachte Dorfbewohner diese Opferzahl. Unklar bleibt allerdings, inwieweit die Einwohner von den Taliban vorab instruiert wurden.

13. Oktober: Ein US-Kampfflugzeug wirft versehentlich eine 900-Kilogramm-Bombe auf ein Wohnviertel nahe Kabul. Eigentlich sollte ein Hubschrauber am Flughafen getroffen werden. Das Pentagon spricht von bis zu vier toten Zivilisten. Die Bombe sei offenbar falsch programmiert gewesen.

16. Oktober: Bei Luftangriffen gegen Kandahar bombardieren die USA nach Angaben der Taliban auch ein Krankenhaus und ein Wohngebiet. Mindestens 14 Menschen seien an diesen Orten getötet worden. In Kabul wird ein Lagerhaus des Roten Kreuzes von Bomben vernichtet. Nach Angaben von Mitarbeitern der Organisation war das Gebäude deutlich mit einem roten Kreuz markiert. Auch eine Schule in der Hauptstadt wird nach UN-Angaben getroffen, ohne dass die Bombe explodiert.

22. Oktober: US-Kampfflugzeuge bombardieren versehentlich Stellungen der Nordallianz, wie Fotografen vor Ort beobachten. Ein Kommandeur der Allianz gibt an, niemand sei verletzt worden.

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