Die Finanzprofis
Goldener Oktober? Muss nicht sein!

Die Statistik-Gläubigen sind überrascht worden (was mich nicht überrascht hat), denn der angeblich so gefährliche September war diesmal ein guter Monat. Und jetzt soll ein „goldener“ Oktober folgen, brüllen die Bullen. Beim genaueren Hinsehen und Hinhören wird man aber erkennen, dass im Optimismus reichlich Furcht mitschwingt. Euphorie an der Börse? Fehlanzeige. Und das ist gut so. Die erste Oktober-Woche könnte wichtige Tests für Dow und Dax bringen. Aber selbst wenn das Allzeit-Hoch in New York und die 6000er-Marke in Frankfurt (noch) nicht nachhaltig nach oben durchstoßen werden, gibt es gute Gründe für neue Engagements an den Aktienmärkten.

Selbst längerfristig orientierte Anleger sollten neben der laufenden Beobachtung der geldpolitischen Maßnahmen (erhöht die EZB den Leitzins?) und der sich darum rankenden Diskussion auch ein Auge auf die Charts werfen. Die spielen – jetzt wieder besonders zu gut spüren – eine die Tendenz maßgeblich mitbestimmende Rolle. Die Techniker der Märkte sind beiderseits des Atlantiks zunehmend im Bullenlager anzutreffen. Aber selbst vorsichtige Fundamentalisten können überzeugende Argumente für einen längeren Aufwärtstrend auf den Tisch legen. Dabei scheinen vorübergehende, von der Mehrwertsteuererhöhung ausgelöste Konsum- und Konjunkturrückschläge in der ersten Hälfte 2007 ihren Schrecken zu verlieren. Die Weltwirtschaft wächst ordentlich weiter, eine Verlangsamung des Wachstumstempos gerade in den USA wird die Börse begrüßen. Dann könnte nämlich das Inflationsgespenst endgültig vertrieben werden, wandern Zinssteigerungssorgen wieder in die Schublade. Allerdings muss der auch Ölpreis mitspielen.

Ob der Oktober für die Aktienanleger wirklich „golden“ (oder nur silbern) wird, ist letztlich nicht entscheidend. Vielmehr könnte in den bevor stehenden Wochen das Fundament für eine nachhaltige Fortsetzung der Aufwärtsbewegung gestärkt werden – Verschnaufpausen der Kurse gehören dazu.

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