"Die fressen alles in sich hinein"
Doping-Fahnder: Es gibt kein Umdenken

Der Dopingjäger der Gewichtheber ist der Verzweiflung nahe. "Schon wieder so viele positive Fälle. Die Freude ist weg. Das ist ein schwerer Schlag in den Magen", stellte Wolfgang Peter am Montag vor den drei letzten Entscheidungen in Athen deprimiert fest. Seit einem halben Jahrhundert ist der 78-jährige Deutsche im Weltverband IWF der oberste Doping-Fahnder.

HB ATHEN. Zehn positive Fälle, wie sie inzwischen in Athen registriert wurden, gab es bei noch keinen Olympischen Spielen. "Das ist ein furchtbarer Rekord. Ich kann einfach nicht begreifen, wie dreist und unverfroren Athleten sein können. Die wissen, dass sie kontrolliert werden und trotzdem fressen sie alles in sich hinein", echauffierte sich Peter.

Der im französischen Bouzonville lebende Ehren-Vizepräsident der IWF wird von den Hantelstemmern bei den Spielen am meisten gefürchtet. Keiner der starken Männer darf ihn umgehen. Erst wenn sie bei Peter ihr "Wasser gelassen haben", gibt er Ruhe. Die Gewichtheber sind seit zwölf Jahren die einzigen, die bei Olympischen Spielen sechs Tage vor ihrem Wettkampf anreisen müssen, um sich einer Kontrolle zu unterziehen. Am Montag hatte Peter das letzte Urinfläschchen versiegelt. Seine Arbeit war damit getan.

Bei den von ihm vorgenommenen Vor-Wettkampfkontrollen der insgesamt 260 Athleten gab es bislang sieben positive Tests. Die übrigen drei Athleten wurden nach ihren Wettkämpfen ertappt. Sie alle müssen mit einer Sperre von mindestens zwei Jahren rechnen und dürfen nicht in vier Jahren bei den Spielen in Peking starten.

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