Die Fünf Weisen
Vorsicht, wenn die Ferne ruft

Bei der Besetzung von Positionen im Top-Management gehört es zu den üblichen Anforderungen, eine stark international geprägte Karriere vorweisen und sich gewandt auf internationalem Parkett bewegen zu können.

Internationalität ist ein Etikett, mit dem man sich gerne schmückt und Erfahrungen mit ausländischen Geschäftspartnern kann in unserer globalisierten Welt ja auch jeder irgendwie vorweisen. Schaut man sich jedoch an, wie viele Manager tatsächlich auch über einen längeren Zeitraum hinweg im Ausland erfolgreich waren, so wird die Luft schon dünner.

Wenn Sie sich mit dem Gedanken an einen Auslandseinsatz tragen, dann sollten Sie sich genau darüber klar werden, was Sie damit erreichen wollen. Die Lust am Abenteuer und der Reiz des Neuen spielen sicherlich auch eine Rolle, aber profitieren können Sie vor allem dann, wenn ein solcher Schritt in Ihre gesamte Karriere- und Lebensplanung passt. Das höhere Einkommen bei der Auslandsverwendung ist sicherlich gerechtfertigt, aber nach unseren Erfahrungen selten der Grund für den Veränderungswunsch.

Unterschätzen Sie keinesfalls den bürokratischen und organisatorischen Mehraufwand, den das Leben und Arbeiten in einem anderen Land zwangsläufig mit sich bringt. Viele Dinge rund um das Thema Umzug werden in der Regel von Dienstleistern übernommen, die Koordination sollten Sie aber selbst in der Hand haben, damit Sie später keine bösen Überraschungen erleben.

Sobald diese Hürden genommen sind, beginnt die eigentliche Herausforderung, denn jetzt gilt es, sich auf das Land, das vorübergehend zur Heimat werden soll, einzulassen und sich gründlich darauf vorzubereiten. Bitte machen Sie nicht den Fehler, sich vorschnell als Experte zu fühlen, nur weil Sie schon öfter auf Dienstreisen dort waren. Es ist etwas ganz anderes, ob man ein exotischer Besucher ist, der auch mal in das ein oder andere Fettnäpfchen treten darf, oder ob man zum Kollegen wird, mit dem die Einheimischen täglich zusammenarbeiten und ein erfolgreiches Team bilden sollen. Sie sollten deshalb nicht nur Ihre Sprachkenntnisse verbessern, sondern auch ein professionelles Interkulturelles Training in Anspruch nehmen, und zwar am besten vor Ort, damit Sie die Theorie gleich mit der Wirklichkeit vergleichen können.

In jedem Fall sollten von Anfang an der Partner und die Kinder in alle Planungen einbezogen werden. Scheitert ein Auslandseinsatz oder wird er frühzeitig beendet, so liegt es fast immer daran, dass die Familie sich nicht wohl fühlt oder es nicht gelingt, ein tragfähiges Beziehungsnetz aufzubauen. Allerdings braucht die Eingewöhnung auch Zeit und niemand sollte blauäugig erwarten, dass dafür wenige Wochen reichen. Für die Dauer des Auslandsaufenthalts sollten drei bis fünf Jahre veranschlagt werden; bleibt man länger weg, so besteht die Gefahr, dass die Wurzeln zu tief und die Verbindungen zur Heimat zu dünn werden.

Generell gilt, dass auch der Wiedereinstieg nach der Rückkehr von langer Hand vorbereitet werden muss, wenn man verhindern will, auf ein berufliches Abstellgleis zu geraten. Unternehmen garantieren bei einer Entsendung zwar die Erhaltung eines Arbeitsplatzes. Doch in welcher Position, das hängt vor allem vom eigenen Talent ab, den Kontakt zu Vorgesetzten und Kollegen auch aus der Ferne zu pflegen und sich über alle Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten.

Ein gelungener internationaler Karriereschritt bietet eine gute Chance, nicht nur fachlich viel dazu zu lernen, sondern auch die eigene Persönlichkeit weiter zu entwickeln, da man in der Fremde auch sich selbst noch einmal aus einer anderen Perspektive wahrnehmen kann.

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